ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2006BKK Mobil Oil: Versicherungsamt verbietet Werbemotiv

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BKK Mobil Oil: Versicherungsamt verbietet Werbemotiv

Merten, Martina

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Die Höhe der Verwaltungskosten hänge auch vom Serviceangebot der Kasse ab.

Das Bundesversicherungsamt (BVA) hat der BKK Mobil Oil eine Werbeanzeige der Kasse, die Mitte Januar in Tageszeitungen und in der Zeitschrift „Focus“ erschienen war, verboten. Darauf hatte die Krankenkasse nach Ansicht des BVA „undifferenziert“ auf die Höhe der Verwaltungskosten anderer Krankenkassen hingewiesen. Die BKK Mobil Oil willigte zwar in die Erklärung des BVA, der Techniker Krankenkasse und der Zentrale für die Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs ein, diese Werbung in Zukunft zu unterlassen. Auf eine aktuelle Werbekampagne, die mithilfe von dicken Männerbäuchen auf „unnötige Pfunde in der Verwaltung“ verweist, wolle man jedoch vorerst nicht verzichten, sagte eine Sprecherin von BKK Mobil Oil gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt.
Nach Auffassung des Bundesversicherungsamts ist der Werbeauftritt der BKK Mobil Oil nicht hinnehmbar, weil die Höhe der Verwaltungskosten einer Kasse auch von ihrem Serviceangebot bestimmt werde. „Die BKK Mobil Oil kann sich hier schlechterdings nicht mit solchen Kassen vergleichen, die – anders als sie – ein Geschäftsstellennetz unterhalten und damit einen speziellen Service bieten“, betont BVA-Präsident Dr. Rainer Daubenbüchel. Werbung, die diesen Unterschied ignoriere, sei irreführend.
Die aktuelle Werbung der Krankenkasse, auf der dicke Männerbäuche zu sehen sind (siehe Foto), bezeichnete Daubenbüchel als „geschmacklos“. Damit wiederhole die Kasse ihre irreführende Aussage und sei daher dazu verpflichtet, auch diese Anzeige zu unterlassen. Die BKK Mobil Oil gab sich vorerst unbeeindruckt. Mit der ersten Anzeige von Mitte Januar wolle die Kasse zwar nicht erneut werben, sagte eine Sprecherin. Da über die derzeit laufende Kampagne aber noch nicht abschließend entschieden sei, werde man sie vorerst nicht zurückziehen. Martina Merten
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