ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2006Arzthelferinnen: Berufsverband beklagt Stellenabbau

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Arzthelferinnen: Berufsverband beklagt Stellenabbau

Dtsch Arztebl 2006; 103(17): A-1110

Gerst, Thomas

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Foto: Daniel Rühmkorf
Foto: Daniel Rühmkorf
Sprunghafter Zuwachs bei den Minijobs

Der Berufsverband der Arzt-, Zahnarzt- und Tierarzthelferinnen (BdA) kritisiert missverständliche Äußerungen aus dem Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium zur Arbeitsmarktsituation bei Arzthelferinnen. Es sei irreführend, wenn aufgrund von Daten der Bundesagentur für Arbeit zur Entwicklung der geringfügigen Beschäftigung behauptet wird, dass die Zahl der beschäftigten Arzthelferinnen von 1999 bis 2004 zugenommen habe.
Festzustellen sei, so die BdA-Präsidentin Sabine Rothe, dass in diesem Zeitraum
- die Zahl der arbeitslosen Arzthelferinnen von 18 373 auf 21 952, also um 19,5 Prozent, gestiegen,
- die Zahl der Ausbildungsplätze von 16 382 auf 14 872, das sind 9,2 Prozent, zurückgegangen sei und
- die Zahl der beschäftigten Arzthelferinnen – in Vollzeitstellen umgerechnet – sich von 237 000 auf 227 000 und damit mehr als vier Prozent verringert habe.
Bei den geringfügigen Beschäftigungen ist dagegen im Gesundheitswesen und speziell bei den Arzthelferinnen tatsächlich im Zeitraum von 2000 bis 2004 ein immenser Zuwachs zu verzeichnen. Nach den Angaben der Bundesagentur für Arbeit war die Zunahme bei den Sprechstundenhilfen, gemeint sind Arzt- und Zahnarzthelferinnen, besonders dynamisch (+46 600). Auf fünf sozial­ver­sicherungs­pflichtig beschäftigte Arbeitnehmerinnen kam Ende 2004 eine geringfügig Beschäftigte. Im Jahr 2000 hatte das Verhältnis noch bei 8 : 1 gelegen.
Für das gesamte Gesundheitswesen ließ sich nach der gesetzlichen Neuregelung der geringfügigen Beschäftigung ein Zuwachs von 95 Prozent (von 174 000 in 2000 auf 339 000 in 2004) feststellen. Dies könne nicht positiv bewertet werden, urteilt die BdA-Präsidentin. Der Beruf der Arzthelferin werde zunehmend zum Teilzeit- und Minijob degradiert. „Die Folgen liegen auf der Hand: Die gerade im Umgang mit den Menschen wichtige berufliche Motivation ist nicht mehr vorhanden, und immer weniger Schulabgängerinnen werden sich für diesen Beruf entscheiden, weil sie darin keine Perspektive sehen.“ TG
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