ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2006Zertifizierte Fortbildung: Voll auf Kurs

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Zertifizierte Fortbildung: Voll auf Kurs

Dtsch Arztebl 2006; 103(17): A-1114 / B-944 / C-912

Schmedt, Michael

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Knapp eine Million Fortbildungspunkte hat allein das Deutsche Ärzteblatt vergeben. Die einheitliche Fortbildungsnummer vereinfacht jetzt die Dokumentation der Ergebnisse erheblich.

Seit September 2004 bietet das Deutsche Ärzteblatt (DÄ) allen Ärzten zwölfmal im Jahr die Möglichkeit, interaktiv unter www.aerzeblatt.de/cme Fortbildungspunkte zu sammeln. Die beeindruckende Bilanz: 20 Fortbildungseinheiten, rund 60 000 registrierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer, mehr als 350 000 Teilnahmebescheinigungen. Diese Zahlen ließen sich leicht auf die gesetzliche Nachweispflicht der ärztlichen Fortbildung, die mit dem GKV-Modernisierungsgesetz zum 1. Januar 2004 eingeführt wurde, zurückführen. Dass die Bearbeitung der Fortbildungsbeiträge aber nicht nur als reine Pflichtveranstaltung verstanden wird, zeigt vor dem Hintergrund der zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen (allein die Ärztekammer Nordrhein hat 2005 12 710 Veranstaltungen zertifiziert) der hohe Anteil derer, die mehrfach eine Fortbildungseinheit absolviert haben: 20 Prozent aller Teilnehmer haben mehr als zehn Fortbildungseinheiten bearbeitet. Ein weiterer Hinweis darauf ist die Anzahl der im stationären Bereich tätigen Ärzte (rund 40 Prozent im Jahr 2005), obwohl für sie bis Ende 2005 die Nachweispflicht noch nicht galt.
Die Neuanmeldungen zur zertifizierten Fortbildung im DÄ haben sich mit Einführung der Fortbildungspflicht für Krankenhausärzte zum 1. Januar 2006 in den ersten beiden Monaten verdoppelt (von circa 1 500 auf 3 000 im Januar und Februar). Damit ist ihr Anteil an allen teilnehmenden Ärzte auf rund 44 Prozent gestiegen. Immerhin vier Prozent aller Teilnehmer sind derzeit nicht ärztlich tätig – auch ein Indiz für die Akzeptanz dieser Form der Fortbildung.
Die Redaktion registriert aber nicht nur eine stetig ansteigende Teilnehmerzahl, sondern auch eine Vielzahl an positiven Leserzuschriften. Die Teilnehmer schätzen die einfache und komfortable Möglichkeit, Fortbildungspunkte zu erwerben („. . . gerade in der Familienzeit ist Ihr Angebot besonders attraktiv und hilfreich.“) und ohne zeitliche Einschränkungen die Beiträge bearbeiten zu können („Bei den DÄ-Fortbildungen kann ich in Ruhe lesen, mal unterbrechen, mich anschließend mit den Fragen beschäftigen, mal das eine oder andere nachschlagen . . .“). Positiv bewerten die Leser zudem das breite Themenspektrum („. . . immer sehr interessante und allgemein relevante Themen . . .“) und schlagen der Redaktion oftmals auch Themen vor.
Kritische Auseinandersetzung mit den Themen
Fragen und Kommentare zu den Beiträgen bleiben bei den hohen Teilnehmerzahlen nicht aus und zeugen von der kritischen Auseinandersetzung mit den Fortbildungsthemen. Der Vorwurf, die Fortbildungseinheiten seien nur Mittel zum Zweck, nämlich des Punktesammelns, ist angesichts der fachlichen Diskussion eindeutig widerlegt. Die Redaktion ermöglicht in diesen Fällen eine Kontaktaufnahme mit den Autoren und bemüht sich um schnelle Bearbeitung der Anfragen.
Insgesamt bleibt die Bewertung der zertifizierten Fortbildung im Deutschen Ärzteblatt weiterhin gut (siehe DÄ 37/ 2005). 57 Prozent der Teilnehmer geben dem Angebot ein „gut“, 21 Prozent sogar ein „sehr gut“, was nicht zuletzt darauf zurückzuführen ist, dass alle Beiträge das Peer-Review-Verfahren durchlaufen.
Mit dieser Ausgabe beginnt nicht nur die 21. Fortbildungseinheit („Diagnostik und moderne Therapie der Migräne“), vielmehr bietet das Deutsche Ärzteblatt seinen Teilnehmern nun auch die Möglichkeit, ihre Fortbildungspunkte mithilfe der Einheitlichen Fortbildungsnummer (EFN) direkt auf ihr elektronisches Fortbildungskonto gutschreiben zu lassen.
Bislang oblag die Dokumentation der erworbenen Punkte allein den Ärzten. Im Herbst 2005 haben jedoch die Ärztekammern (mit Ausnahme Baden-Württembergs und der Bezirksärztekammer Koblenz) flächendeckend ein elektronisches System zur Verwaltung von Fortbildungspunkten eingeführt.
Mit der EFN, die die Ärzte zusammen mit dem scheckkartengroßen Fortbildungsausweis oder in Form von DIN-A4-Bögen, auf denen die Barcodes in mehrfacher Ausführung als Selbstklebeetiketten aufgedruckt sind, von ihrer Ärztekammer erhalten haben, können die erworbenen Fortbildungspunkte direkt an den Elektronischen Informationsverteiler (EIV; www.eiv-fobi.de) übermittelt werden. Dieser gibt die Daten an die zuständige Ärztekammer weiter. Grundsätzlich werden keine personenbezogenen Daten übertragen, nur die 15-stellige Einheitliche Fortbildungsnummer des teilnehmenden Arztes, die 19-stellige Veranstaltungsnummer sowie die Anzahl der erworbenen Punkte. Für den Teilnehmer bedeutet dies einen erheblich reduzierten Dokumentationsaufwand.
Die Beteiligung an diesem Verfahren beim Deutschen Ärzteblatt ist einfach (siehe Kasten). Die EFN muss der Teilnehmer nur einmal eingeben, die Punkte werden dann bei jeder weiteren Fortbildungseinheit automatisiert nach Ende der Bearbeitungsfrist über den EIV auf sein Konto übertragen. Für die zurückliegenden Fortbildungsbeiträge können die erworbenen Punkte nicht mehr nachgetragen werden. Das Deutsche Ärzteblatt dokumentiert aber auch weiterhin die erfolgreiche Teilnahme in Form einer Bescheinigung, auf der zudem die Veranstaltungsnummer zu finden ist. Ruft der Teilnehmer unter www.aerzteblatt.de/cme sein persönliches Archiv in der Rubrik „Meine Daten“ auf, werden außerdem die Fortbildungseinheiten gekennzeichnet, für die die erworbenen Punkte bereits an den EIV übermittelt wurden. Michael Schmedt


Einheitliche Fortbildungsnummer im Deutschen Ärzteblatt
Die Fortbildungsteilnehmer müssen sich mit ihren Zugangsdaten (Nachname und Benutzer-ID) unter www.aerzeblatt.de/cme einloggen und auf die Rubrik „Meine Daten“ und dann auf „Daten ändern“ klicken. Dort ist ein Eingabefeld für die 15-stellige Einheitliche Fortbildungsnummer (EFN) und eine kleine Box, die angehakt werden muss, um das Einverständnis zur Datenübermittlung zu dokumentieren. Ist die Einverständniserklärung nicht aktiviert, werden die Daten auch bei vorhandener EFN nicht übermittelt. Das gleiche Prozedere gilt auch für die erstmalige Registrierung für die zertifizierte Fortbildung im Deutschen Ärzteblatt. Die Registrierungsmaske enthält ebenfalls ein Feld zur Eingabe der EFN.
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