ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2006ADHS: Die Fakten auf den Kopf gestellt
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LNSLNS Kollege Katterfeldt schreibt ganz richtig, dass der psychodynamische Ansatz hinreichend bekannt ist – nämlich unrühmlich bei den meisten betroffenen Familien, die statt Abhilfe erhebliche Schwierigkeiten in Form noch schwerwiegenderer elterlicher Schuldkomplexe als Therapieeffekt bekamen. Die Aussage, dass ADHS ein Ausdruck einer seelischen Entwicklungsstörung sei, stellt die Fakten auf den Kopf. Eine dauerhafte Heilung können sich Betroffene von einer psychodynamischen Therapie sicher nur erhoffen; wenn sie verminderte Symptomatik aufweisen, dann eher trotz dieser . . . Wenn es der Ehrgeiz eines psychoanalytisch orientierten Kollegen ist, „ohne weitere begleitende Maßnahmen“ eine so genannte Therapie zu realisieren, kann man den Familien nur raten, ihn zu meiden. Sie tun dies aber ohnehin meist bald instinktiv und bewahren ihr Kind so nicht selten vor einem fotografischen Desaster. Wenn es versucht würde, einen wissenschaftlichen Beweis der Effektivität einer solchen Behandlung zu erbringen, so wird man wohl eher einen Beleg dafür finden, dass diese strikt kontraindiziert ist, wie man andernorts lesen kann.
Dipl.-Med. Thomas Greger,
Gustav-Schwab-Straße 20,
08062 Zwickau
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