ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2006Richtlinie: Mit dem Datenschutz nicht vereinbar

BRIEFE

Richtlinie: Mit dem Datenschutz nicht vereinbar

Dtsch Arztebl 2006; 103(17): A-1142 / B-966 / C-931

Füllers, Christian

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LNSLNS . . . Es mag ein zartes Pflänzchen der Vernunft bei den niedergelassenen Ärzten sein, dass so wenige den 16-stündigen Kurs zum Erwerb der „Qualifikation“ zum Ausfüllen eines Formulars gebucht und absolviert haben. Die wichtigere Frage ist aber, wie ein solches Formular (Muster 61 A–D) überhaupt Gremien hat passieren können. Angeblich leben wir doch in einer Welt der „informationellen Selbstbestimmung“. Das Formular Muster 61 A–D ist jedoch ein Instrument der Ausforschung, die m. E. mit den recht verstandenen Regeln des Datenschutzes nicht vereinbar ist. Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Patient mit einer drei Grad offenen Unterschenkelfraktur, der nach der im Effekt nicht ausreichenden Verordnung von 18 krankengymnastischen Übungsbehandlungen („ex3a“) einer medizinischen Rehabilitation bedarf, soll über den verordnenden Arzt ausgeforscht werden: Was haben Fragen nach der familiären Wohnsituation, nach Beziehungskonflikten und Überforderungssituationen mit einer Rehabilitation z. B. nach einer Unterschenkelfraktur zu tun? . . . Jeder Kollege muss von seinen Nachbarn, von Ärztevereinen und Netzen geradezu aufgefordert werden, keine „Qualifikation“ zum Ausfüllen des Musters 61 A–D zu erwerben . . .
Dr. Christian Füllers, Brüderstraße 6, 58285 Gevelsberg
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