ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2006Hautkrankheiten in der Pr

BÜCHER

Hautkrankheiten in der Pr

Dtsch Arztebl 2006; 103(17): A-1144 / B-967 / C-932

Bork, Konrad; Bräuninger, Wolfgang

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LNSLNS Dermatologie
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Konrad Bork, Wolfgang Bräuninger: Hautkrankheiten in der Praxis. Diagnostik und Therapie. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Schattauer GmbH, Stuttgart, New York, 2005, X, 291 Seiten, 550 mehrfarbige Abbildungen, 6 Tabellen, gebunden, 129 €
Viele Patienten suchen wegen neu aufgetretener Hautveränderungen zunächst ihren Hausarzt auf. Doch nur wenige Allgemeinmediziner und Internisten verfügen über ein fundiertes dermatologisches Wissen, ist doch eine Weiterbildungszeit im Bereich Haut- und Geschlechtskrankheiten für beide Facharzttitel nicht vorgeschrieben. Dieser Misere soll das vor nunmehr 20 Jahren erstmals und soeben in dritter Auflage erschienene Buch „Hautkrankheiten in der Praxis“ abhelfen. Das Werk richtet sich an Nicht-Dermatologen, klammert unter anderem Pathogenese, Differenzialdiagnosen, Dermatohistopathologie explizit aus und beschränkt sich bewusst auf Diagnostik und Therapie häufiger Dermatosen.
Gegliedert ist das Buch in fünf Abschnitte, in denen allgemeine Hautkrankheiten, Geschlechtskrankheiten, benigne und maligne Neoplasien sowie deren Therapien beschrieben werden. In der aktuellen Auflage neu hinzugekommen sind Kapitel zu den Krankheitsbildern Einblutungen in die Haut, Vaskulitis, Hautveränderungen bei Leukämien, Hautmetastasen und Sarkome der Haut.
Auf den ersten Blick besticht das Buch durch sein hervorragendes Bildmaterial mit Übersichts- und Detailaufnahmen von Hautveränderungen, wie man sie sich für viele dermatologische Standardwerke nur wünschen kann. Weniger Freude allerdings bereitet die Lektüre. Die nach Angaben des Verlages „konkreten Therapieempfehlungen“ erweisen sich als lückenhaft, praktische Empfehlungen zur Durchführung einer Behandlung oder Auswahl eines bestimmten Medikamentes fehlen zum Teil ebenso wie Hinweise zur Dosierung, Therapiedauer und zu möglichen Kontraindikationen. Zudem entspricht das Buch in vielen Passagen nicht dem aktuellen wissenschaftlichen Stand, etwa wenn im Kapitel „Atopisches Ekzem“ zu lesen ist, dass die ursächliche Rolle von Nahrungsmittelallergien nicht bewiesen sei und der Genuss von Kuhmilch, Ei und anderem nur selten zu einer Exazerbation der Hautsymptome führe.
Als Bildatlas kann das Buch wärmstens empfohlen werden, zur Beantwortung von Fragen zur Durchführung von Therapien eignet es sich für dermatologisch wenig erfahrene Ärzte leider nur bedingt.
Oliver Brandt
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