ArchivDeutsches Ärzteblatt8/1996Nordaustralien: Freigabe der aktiven Euthanasie

POLITIK: Nachrichten - Ausland

Nordaustralien: Freigabe der aktiven Euthanasie

Klinkhammer, Gisela

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LNSLNS SYDNEY. In diesem Jahr wird im Nordterritorium Australiens ein Gesetz in Kraft treten, das die aktive Euthanasie freigibt. Diese Regelung war im Mai 1995 vom Parlament verabschiedet worden. Das teilte das "New England Journal of Medicine" in der Ausgabe vom 1. Februar mit.
Das Gesetz legt die Voraussetzungen fest, wonach Ärzte, die aktive Euthanasie leisten, straffrei ausgehen können. Danach muß der Patient mindestens 18 Jahre alt und unerträglichen Leiden ausgesetzt sein. Der Arzt muß davon ausgehen, daß der Patient seine Entscheidung freiwillig getroffen hat, nachdem er vollständig über seine Krankheit, die Prognose und alle (besonders palliative) Therapiemöglichkeiten aufgeklärt wurde. Ein zweiter Arzt muß die Diagnose bestätigen. Nachdem der Patient seinen Wunsch nach aktiver Euthanasie geäußert hat, muß er sieben Tage warten, bis er einen offiziellen Antrag stellen kann. Nach weiteren 48 Stunden darf der Arzt Sterbehilfe leisten. Er ist verpflichtet, den Tod des Patienten mit einem ausführlichen schriftlichen Bericht bei einem amtlichen Leichenbeschauer zu melden.
In allen anderen australischen Staaten und Territorien bleiben aktive Euthanasie und Beihilfe zum Selbstmord verboten. Kli

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