ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2006Kein Effekt von Omega-3-Fettsäuren auf das Krebsrisiko

MEDIZIN: Referiert

Kein Effekt von Omega-3-Fettsäuren auf das Krebsrisiko

Seger, Gabriele

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Zu der Frage, ob Omega-3-Fettsäuren das Risiko für Krebserkrankungen verringern, liegen bisher wiedersprüchliche Ergebnisse vor. Catherine Mac Lean und Kollegen analysierten die Resultate prospektiver Kohortenstudien, in denen dieser Effekt untersucht worden war. In die Bewertung schlossen die Autoren Artikel aus dem Zeitraum 1966 bis 2005 sowie unpublizierte Quellen ein. Die Datenbankrecherche ergab 38 Beiträge, die den Kriterien der Wissenschaftler entsprachen. Unabhängig voneinander fassten zwei der Forscher die Ergebnisse zusammen. Durch die große Heterogenität der Studien war keine gemeinsame quantitative Auswertung der Resultate möglich. Bei 20 Kohorten aus sieben Ländern war für elf verschiedene Krebsformen der Effekt von Omega-3-Fettsäuren auf die Krankheitsentwicklung untersucht worden. Von 65 Risikoschätzungen ergaben nur zehn statistisch signifikante Ergebnisse.
Der Konsum von Omgega-3-Fettsäuren war in sieben Auswertungen ohne signifikante Assoziation mit der Entstehung von Brustkrebs, drei zeigten ein verringertes und eine Untersuchung ein erhöhtes Risiko. Für das kolorektale Karzinom fanden die Autoren 17 Schätzungen, die nicht signifikant auf einen Zusammenhang mit dem Verzehr von Omega-3-Fettsäuren schließen lassen, eine deutete auf ein verringertes Risiko. Vier Untersuchungen zum Lungenkrebs zeigten keine signifikanten Ergebnisse, eine ergab ein verringertes Risiko, eine weitere wies auf ein erhöhtes Risiko. Beim Prostatakrebs war in 15 Bewertungen kein signifikantes Risiko festgestellt worden, eine Bewertung ermittelte ein reduziertes, eine andere ein erhöhtes Risiko. Die Studie, in der Hautkrebs untersucht worden war, wies signifikant auf ein erhöhtes Risiko. Es wurden keine Assoziationen zwischen der Einnahme von Omega-3-Fettsäuren und der Inzidenz von Krebserkrankungen der Blase, der Ovarien, des Pankreas, des Magens, der Speiseröhre oder der Lymphknoten gefunden.
Nach Ansicht der Autoren liefert die bisherige Studienlage keinen Beweis für die Annahme, dass zwischen dem Konsum von Omega-3-Fettsäuren und der Krebsinzidenz eine Assoziation bestehe. Mac Lean und Kollegen vermuten, dass die Supplementation von Omega-3-Fettsäuren nicht protektiv auf die Entstehung von Krebserkrankungen wirkt. Se

Mac Lean CH, Newberry SJ, Mojica WA et al.: Effects of Omega-3-fatty acids on cancer risk. A systematic review. Jama 2006; 295: 403–5.

E-Mail: maclean@rand.org

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema