ArchivDeutsches Ärzteblatt18/200620 Jahre Tschernobyl: Ärzte fordern Ausstieg aus Atomenergie

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20 Jahre Tschernobyl: Ärzte fordern Ausstieg aus Atomenergie

Korzilius, Heike

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LNSLNS Kritik an internationaler Atomenergiebehörde
Vor genau 20 Jahren ereignete sich im Atomkraftwerk Tschernobyl der GAU (Größter Anzunehmender Unfall). Nun ist ein Streit über die Zahl der Opfer entbrannt. Wie die Organisation Internationale Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW) mitteilt, kommen eine eigene Studie und eine der Gesellschaft für Strahlenschutz zu demselben Ergebnis: Genaue Zahlen gebe es nicht, gerechnet werde mit Zehntausenden Toten und Hunderttausenden Opfern, die an Krebs und anderen Erkrankungen leiden. Dagegen, so die IPPNW, komme eine Studie der Internationalen Atomenergiebehörde auf lediglich 56 Tote und 4 000 weitere erwartete Todesfälle.
Derselben Studie zufolge hat die Tschernobyl-Katastrophe europaweit 10 000 Fehlbildungen bei Säuglingen verursacht. Hinzu kommen 5 000 tot geborene Kinder und 100 000 bis 200 000 Tschernobyl-bedingte Abtreibungen. Über eine Abschaffung der Atomkraft werde 20 Jahre nach der Katastrophe allerdings kaum noch diskutiert, kritisiert die IPPNW. Der Internationalen Atomenergiebehörde werfen die Ärzte vor, die Folgen des Unglücks zu verharmlosen. HK
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