ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2006Versorgung: Bezahlung nach Zeitaufwand
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LNSLNS Soll man sich freuen oder nicht freuen? Tatsache ist: Viele Ärzte verdienen wenig, die Regierung ist an Kostensteigerungen absolut nicht interessiert, das ärztliche Durchschnittseinkommen nach Statistik der KBV ist nach meiner Bewertung ausreichend hoch. Wie sieht da die Lösung aus? Die Milchmädchenrechnung: gerechte Verteilung des Geldes. Das Geld soll der Leistung folgen mit echten Beträgen, nicht nach Punkten. Das Allheilmittel wurde erdacht, indem mit den Diagnosen der Beweis erbracht werden soll für den Versorgungsbedarf. Mit dem Ende der Budgets soll das Morbiditätsrisiko an die Krankenkassen gehen: mehr Krankheit und Behandlung gleich mehr Geld. Wer nun genau beobachtet hat, wie in den vergangenen 25 Jahren „kreativ“ mit dem Gebührensystem umgegangen wurde, was jeweils das Ende des Gebührensystems brachte, der wird nun erkennen, dass auch mit dem neuen System das Rad nicht neu erfunden wird. Nur produziert es ein Mehr an Bürokratie: ein hochdruckkranker Patient kommt wegen einer Prellung am Daumen, außerdem hat er noch einen Fußpilz. Jeder Mensch hat zehn bis 20 Diagnosen, wenn man nur auf alle Kleinigkeiten achtet. Jeder Arzt will verdienen, also wird er „kreativ“ mit den Diagnosen umgehen und in der „Diagnosenvöllerei“ die Übersicht verlieren. Dieser Aufwand geht der Arzt-Patienten-Beziehung verloren. Das wird doch keiner gewollt haben. Ich schlage vor: bundesweit nur eine Kasse in der GKV mit ihren Dependancen, bundesweit einheitliche Bezahlung der Ärzte nach kontrollierbarem Zeitaufwand und Erstattung der tatsächlichen Praxiskosten. So kämen alle Ärzte einigermaßen auf das oben zitierte akzeptable Durchschnittseinkommen, anstatt dass es durch „kreative“ Ärzte weggeschnappt wird . . .
Wilhelm Breitenbürger,
Schlesische Straße 32, 10997 Berlin
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