ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2006Versorgung: Pflicht zur (Privat-) Versicherung
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LNSLNS . . . Das aktuelle hausärztliche „Honorar“ beträgt (noch) ca. 40 Euro pro Versichertenkarte pro Quartal bei einem Fachdurchschnitt von knapp 1 000 (Kassenpatienten pro Quartal), demgegenüber stehen pro Patient höhere Verwaltungsausgaben, d. h., die Verwaltung verwaltet sich selbst. Allein die Entlastung des schon bislang grotesk überzogenen Verwaltungsetats in Höhe von mehr als acht Milliarden Euro/Jahr für reichlich 250 separate gesetzliche Krankenkassen (mit identischen gesetzlichen Vorgaben) könnte für die Versicherten die bessere ärztliche Versorgung zu einem geringeren Beitragssatz bedeuten. Notwendig ist die Stärkung der individuellen Verantwortung sowohl aufseiten ärztlicher Leistungserbringer als auch der Patienten. Intelligente Steuerung von Leistungsanreizen ist umsetzbar in Modellen, wie dies ärztliche Verbände schon seit Jahrzehnten fordern: Einheitlich private (Pflicht-)Versicherung der gesamten Bevölkerung auf einfachem GOÄ-Niveau mit der Möglichkeit der Teilkasko-
Ergänzung für weiterführende Versicherungsbedürfnisse. Dieses Modell erlaubt die qualitativ bessere medizinische Grundversorgung bei niedrigeren Prämien. Hier kann sich echte Solidarität im Gesundheitswesen etablieren; Patienten erhalten eine Rechnung, wie sie von der privaten Krankenversicherung nach Prüfung und Vertragslage übernommen wird. Es werden nur die notwendigen Leistungen erbracht, der so genannte Hamsterradeffekt, d. h. das Erbringen unnötiger Leistungen unter Budgetbedingungen, entfällt. Die aktuellen Reformansätze bedeuten dagegen den endgültigen Schritt, die Position der Leistungserbringer zu destabilisieren sowie eine Staatsmedizin mit all ihrer Kontrollwut zu etablieren . . .
Dr. med. Richard Schütte, Siebengebirgsweg 16, 53424 Remagen

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