ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2006Forschungsklonen: Menschenwürde von der Fertilisation an
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Im Artikel heißt es: „Die geklonte Blastozyste ist eine Form menschlichen Lebens.“ Gibt es verschiedene Formen menschlichen Lebens? Außerdem: „Die Forschung mit Stammzellen aus überzähligen Embryonen wird als weniger problematisch eingeschätzt als die Forschung mit Stammzellen aus eigens zu diesem Zweck hergestellten Embryonen.“ Worin soll hier der Unterschied liegen? Der Mensch ist Mensch von der Fertilisation an – ganz gleich zu welchem „Zweck“ er hergestellt wurde. Ebenso macht es keinen Unterschied, ob eine Abtreibung bis zur zwölften Schwangerschaftswoche erfolgt oder als Spätabtreibung bis zur Geburt – letztere ist nur augenscheinlich brutaler. Vor diesem Hintergrund, dass sich nämlich der Mensch von der Befruchtung an als Mensch und nicht zum Menschen entwickelt, steht ihm auch ungeteilte Menschenwürde von der Fertilisation an zu und verbietet sich jegliche Art der embryonalen Forschung, auch wenn angestrebte „therapeutische Ziele“ noch so hehr sein mögen. Der Zweck heiligt niemals die Mittel. Im Übrigen wundert es mich, dass die ZEKO zwar schreibt, dass sie strikte Ja-Nein-Entscheidungen vermeidet und deshalb ein „moralisches Stufenmodell von Handlungsoptionen erstellt“, in Wirklichkeit ist der lange Text aber nichts anderes als die Preisgabe des Embryos zur Forschung durch Tötung. Wenn es in der pluralistischen Gesellschaft unterschiedliche Meinungen gibt, weshalb hat sich die ZEKO dann gerade für das Modell der „abgestuften Menschenwürde des Embryos“ entschieden und nicht für dessen volle Menschenwürde vom Zeitpunkt der Befruchtung an und damit gegen die embryonale Stammzellforschung? Im Übrigen sei daran erinnert, dass es auch noch die adulte Stammzellforschung mit Erfolg versprechenden Resultaten gibt, für die leider zu wenig die Werbetrommel gerührt wird.
Dr. med. Elisabeth Leutner,
Karl-Christ-Straße 1, 69118 Heidelberg
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige