ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2006FibroScan spürt Leberschaden auf

VARIA: Technik

FibroScan spürt Leberschaden auf

Dtsch Arztebl 2006; 103(18): A-1235 / B-1049

EB

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LNSLNS An der Medizinischen Klinik I des Bonner Universitätsklinikums wird ein neues Gerät, der „Fibroscan“, eingesetzt, um Leberschäden schnell und gefahrlos zu bestimmen. Etwa 14 000 Menschen in Deutschland sterben jährlich an einer Vernarbung ihrer Leber. Alkoholmissbrauch und Viren sind die häufigsten Ursachen für eine chronische Lebererkrankung. Die Leberfibrose schreitet bei jedem Menschen unterschiedlich schnell fort. Um abzuschätzen, wie schwer ein Leberschaden ist, mussten die Ärzte bislang eine Gewebeprobe entnehmen. Die Leberpunktion ist in der Regel ein kleiner Eingriff, der aber dennoch mit Risiken verbunden sein kann.
Der „FibroScan“ ermöglicht eine schmerz- und gefahrlose Abschätzung der Leberveränderung. Die Untersuchung kann ambulant durchgeführt werden und ähnelt einer Ultraschalluntersuchung. Dabei wird die Festigkeit der Leber gemessen – je fester, desto weiter fortgeschritten ist die Organschädigung. Die Untersuchung kann jedoch keine Aussagen hinsichtlich der Ursache ei-ner Lebererkrankung liefern. Dafür sind weitere Blutuntersuchungen und eventuell zusätzlich eine Leberpunktion erforderlich.
Wissenschaftler untersuchen mit dem Gerät derzeit in einem Forschungsprojekt die Entstehung der Lebervernarbung. Gleichzeitig wird nach individuellen Merkmalen gesucht, die ein schnelles Fortschreiten der Leberfibrose begünstigen. Die Experten hoffen, dass sie erbliche Faktoren finden, die den Verlauf der Krankheit beeinflussen, um so neue Behandlungsstrategien entwickeln zu können. EB

Informationen: Dr. med. Frank Grünhage, Medizinische Klinik und Poliklinik I, Universitätsklinikum Bonn, 53127 Bonn, E-Mail: frank.gruenhage@ukb.uni-bonn.de
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