ArchivDeutsches Ärzteblatt7/1997Alkohol- und Drogenkonsum englischer Studenten stark angestiegen

MEDIZIN: Referiert

Alkohol- und Drogenkonsum englischer Studenten stark angestiegen

mll

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LNSLNS Der Alkoholkonsum und Drogenmißbrauch unter Schülern und Jugendlichen in Großbritannien nimmt ständig zu. Selbst bei Universitätsstudenten ist dieser Trend zu beobachten, so daß eine Bestandsaufnahme nötig erschien.
Hierzu wurden an den Universitäten Fragebögen an 3 075 Studenten im zweiten Studienjahr verteilt. Es wurden Daten über den Alkoholkonsum, den Drogenmißbrauch und die Lebensgewohnheiten ermittelt sowie subjektive Einschätzungen über Ängste und Depressionen erhoben. Zur Auswertung kamen die Angaben von 1 610 Studenten und 1 447 Studentinnen, während bei 18 Fragebögen das Geschlecht nicht ermittelt werden konnte.
Elf Prozent der Studenten waren Antialkoholiker. 61 Prozent der Studenten tranken wöchentlich mehr als 21 Einheiten Alkohol, und 48 Prozent der Studentinnen tranken mehr als 14 Einheiten Alkohol (1 Einheit entspricht zum Beispiel 0,57 Liter Starkbier). Ein noch ausgeprägterer Alkoholkonsum wurde von 15 Prozent der Studierenden angegeben (36 Einheiten Alkohol bei Studentinnen und 51 Einheiten Alkohol bei Studenten).
60 Prozent der Männer und 55 Prozent der Frauen gaben an, mindestens einmal in ihrem Leben Haschisch konsumiert zu haben. Einen regelmäßigen Gebrauch von Haschisch gaben 20 Prozent der Studenten an. Erfahrungen mit anderen Drogen, wie beispielsweise LSD, gaben 33 Prozent der Studierenden an. Während 46 Prozent der Hochschüler die ersten Drogen schon an den Schulen konsumiert hatten, gaben nur 13 Prozent der Studenten an, erst an der Universität mit den Rauschmitteln in Berührung geraten zu sein. Als häufigster Grund für den Alkohol- und Drogenkonsum wurde das Bedürfnis nach Vergnügen angegeben.
Auch Ängste und Schlafstörungen, die bei den Studenten weit verbreitet sind, erkannten die Jungakademiker als Ursache für einen verstärkten Alkoholkonsum und Drogenmißbrauch.
Die Autoren stellen einen großen Aufklärungsbedarf über Alkohol und Drogen für alle Fakultäten fest. Es bleibt offen, ob die Hochschüler diese vom starken Alkohol- und Drogenkonsum geprägten Lebensgewohnheiten auch im weiteren Leben beibehalten werden. mll
Webb E et al.: Alcohol and drug use in UK university students. Lancet 1996; 348: 922-925
Dr. Webb, Department of Pharmacological Sciences, University of Newcastle upon Tyne, Newcastle upon Tyne NE 2 4 HH, Großbritannien

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