ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2006Buchbesprechung: Keine Hilfe für die tägliche Praxis
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LNSLNS . . . Nachdem die Zuschüsse vom Bund an die Stiftung Warentest in den letzten Jahren drastisch gekürzt worden sind, möchte diese neue Einnahmenquellen erschließen. So ist u. a. zu beobachten, dass sie sich – mehr oder weniger kompetent – verstärkt dem Gesundheitssektor zuwendet. Nun beauftragt die Stiftung Warentest ausgerechnet den ausgewiesenen Früherkennungsgegner Klaus Koch mit einem Sonderheft zu den Untersuchungen zur Früherkennung. Dieser kommt, kurz zusammengefasst, zu dem Ergebnis: Alles, was von der GKV bezahlt wird, ist gerade noch akzeptabel, und alles, was darüber hinausgeht, ist Scharlatanerie, insbesondere wenn es in Gestalt einer IGeL daherkommt. Rezensiert und in höchsten Tönen gelobt wird dieses „Sachbuch“ dann ausgerechnet im DÄ von einem ehemaligen leitenden Mitarbeiter des AOK-Bundesverbandes . . . Da fällt es kaum noch ins Gewicht, dass in der Besprechung als einziges EbM-Qualitätsmerkmal die Meinungen „ausgewiesener Experten“ (zufällig vom MDK) angeführt werden, mithin das Kriterium mit dem niedrigsten Grad der Evidenz. Im Unterschied zu Prof. Schmacke kann ich nicht zuletzt unter haftungsrechtlichen Gesichtspunkten die mit Früherkennung befassten Ärzte nur davor warnen, diese Schrift in der „Vorbereitung einer Entscheidungsfindung in der täglichen Sprechstundenpraxis“ zu verwenden.
Peter Reinwald, Richard-Wagner-Straße 26, 50674 Köln
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