ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2006Chefarzt-Verträge: Breite Angriffsfläche
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LNSLNS Falls die Redaktion hinter der Meinung von Dr. rer. oec. Hans-Jürgen Maas stehen sollte, wäre ich für eine Umbenennung der Zeitschrift von „Deutsches Ärzteblatt“ in „Deutsches Chefärzteblatt“. Solche Zeilen zur Zeit des aktuellen, mehr als gerechten Kampfes „der Ärzteschaft“ für bessere Entlohnung und vor allem erträglichere Arbeitsbedingungen konterkarieren eben diesen Kampf. Bei den Chefärzten besteht eher das Problem, dass es in Deutschland zu wenig Robert Kochs unter den Chefärzten gibt. Vielleicht gerade deshalb, weil einige sich in der neben ihren Leitungsaufgaben verbleibenden Zeit zu viel um das Geldverdienen und zu wenig um die Wissenschaft bemühen. Der Autor dieser Zeilen war sowohl als Chefarzt als auch niedergelassen tätig, er kennt beide Seiten. Und daher kennt er auch das Gefühl eines Niedergelassenen, wenn der Chefarzt einer Klinik in der Mittagspause mehr KV-Honorar „erwirtschaftet“ als der niedergelassene Kollege im Fulltimejob – und oft wird die Leistung dann vom Oberarzt/Assistenten erbracht, der Chefarzt tritt als „Zwischenhändler“ auf. Es geht aber nicht um eine Neiddiskussion, sondern darum, dass das „Deutsche Ärzteblatt“ mit solchen Veröffentlichungen den außerärztlichen Kritikern eine breite Angriffsfläche liefert . . .
Dr. Hans-Joachim Kretzschmar, Greiswalder Straße 88, 10409 Berlin
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