ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2006Morbus Parkinson: Transdermale Therapie mit Rotigotin

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Morbus Parkinson: Transdermale Therapie mit Rotigotin

Stoschek, Jürgen

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LNSLNS Die Behandlung von Parkinson-Patienten mit einem Wirkstoffpflaster, das den Dopaminagonisten Rotigotin transdermal 24 Stunden lang freisetzt, hat in klinischen Studien bislang viel versprechende Resultate gezeigt. Nach den Ergebnissen einer amerikanischen doppelblinden und placebokontrollierten Phase-III-Studie, in die 351 Parkinson-Patienten im fortgeschrittenen Stadium eingeschlossen waren, führte die Behandlung mit Rotigotin über ein transdermales System (Neupro®), in Verbindung mit einer konstanten Dosis Levodopa, zu einer statistisch signifikanten und klinisch relevanten Reduktion der „Off-Zeit“ sowie zu einer Erhöhung der „On-Zeit“ ohne Bewegungsstörungen.
In der SP-650-Studie gab es eine fünfwöchige Titrationsphase, in der die Dosis sukzessive gesteigert wurde. Daran anschließend folgte eine 24-wöchige Behandlungsphase, berichtete der amerikanische Neurologe Prof. Peter LeWitt (Southfield in Michigan) in Athen. In der zusätzlich mit Rotigotin behandelten Gruppe verringerte sich die „Off-Zeit“, in der die Medikamentenwirkung nachlässt und Symptome wieder auftreten, um 2,1 Stunden gegenüber dem Ausgangswert bei den Patienten (n = 111), die mit einer Tagesdosis von 27 mg Rotigotin (entspricht einer Pflastergröße von 60 cm2) behandelt wurden und um 2,7 Stunden bei Patienten (n = 120), die 18 mg Rotigotin (Pflastergröße 40 cm2) bekommen hatten. In der Placebogruppe (n = 120) verringerte sich die „Off-Zeit“ um 0,9 Stunden.
Für die Patienten stelle dies eine Verbesserung hinsichtlich ihrer Alltagsaktivitäten und eine deutlich geringere Beeinträchtigung durch Bewegungsstörungen dar, betonte LeWitt. Insbesondere die morgendlichen Beeinträchtigungen seien durch eine zusätzliche Behandlung mit Rotigotin reduziert.
Häufigste Nebenwirkungen, die mild bis moderat ausfielen und nach einiger Zeit wieder verschwanden, waren Hautreaktionen, Müdigkeit, Übelkeit und Schwindelgefühle. 99 Prozent der Patienten setzten nach Abschluss der Studie ihre Behandlung mit Rotigotin in einer offenen Studie fort.
Schwarz Pharma teilt nun mit, dass die europäische Zulassungsbehörde EMEA die Zulassung des Wirkstoffpflasters Neupro als Monotherapie zur symptomatischen Behandlung des Morbus Parkinson erteilt hat. Damit ist der Weg für die deutsche Zulassung geebnet. Jürgen Stoschek

Satelliten-Symposium: „Transdermal Drug Delivery in the Treatment of Parkinson’s Disease“ im Rahmen der EFNS in Athen, Veranstalter: Schwarz Pharma
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