ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2006Ellis Huber meldet sich zurück: Ende einer Dienstfahrt

VARIA: Personalien

Ellis Huber meldet sich zurück: Ende einer Dienstfahrt

Jachertz, Norbert

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LNSLNS Wer gerätselt hat, was Ellis Huber getrieben hat, sich ausgerechnet als oberster Verwalter bei einer Kran­ken­ver­siche­rung zu verdingen, kann aufatmen. Die Welt stimmt wieder. Huber, der die ärztliche Standespolitik so gerne aufgemischt hat und doch dazugehörte, notfalls als enfant terrible, hat bei der Betriebskrankenkasse Securvita gekündigt und betätigt sich seit Anfang des Jahres als Berater in Sachen Integrierte Versorgung – als Alternative, wie denn auch anders, zur herkömmlichen ärztlichen Versorgung. Die Zeit ist günstig. Der sprichwörtliche Graben zwischen ambulant und stationär wird zunehmend überbrückt.
Ellis Huber (57) war lange Vertreter der innerärztlichen Opposition. So gehört er zu den Initiatoren der Gesundheitstage 1980 und 1981, die als Gegenpole zu den Deutschen Ärztetagen konzipiert waren. Was Huber freilich nicht daran hinderte, sich auch auf den Ärztetagen, oppositionell natürlich, zu Wort zu melden. Zwölf Jahre war er gar Berliner Ärztekammerpräsident und zugleich Vorstandsmitglied der Bundes­ärzte­kammer. Auch dort wurde er seinem Ruf als Alternativer gerecht. 1999 ging er als Geschäftsführer zur BKK Securvita, die sich als „Kasse für Ganzheitlichkeit“ versteht und tatsächlich ein Herz für Komplementäres in der Medizin offenbarte.
Doch die Experimentierfreude stößt in einer gesetzlichen Krankenkasse, die vom Gesetzgeber in ein strammes Korsett gespannt ist, schnell an Grenzen. Das dürfte auch Ellis Huber, der Paradiesvogel unter den Kassenfunktionären, erkannt und ihm die Arbeit verleidet haben. Dazu kam noch, dass ihm im vergangenen Jahr Birgit Randow (50), die von Greenpeace kam und dort Geschäftsführerin war, als Vorstandsvorsitzende zur Seite gestellt oder vor die Nase gesetzt wurde. Und so endete denn die Dienstfahrt – die Ärzteschaft hat ihren Huber wieder.
Apropos Birgit Randow. Die hält’s auch nicht bei der Securvita. Ab 1. Juni leitet sie den Tierpark Alt-Warder, ein Greenpeace-Projekt in der Nähe von Kiel. Es widmet sich dem Erhalt alter Nutztierrassen. Norbert Jachertz
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