ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2006Eltern-Kind-Therapie: Von Lehrern als wenig wirksam beschrieben

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Eltern-Kind-Therapie: Von Lehrern als wenig wirksam beschrieben

PP 5, Ausgabe Mai 2006, Seite 221

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LNSLNS Kind- und elternzentrierte Behandlungsprogramme werden in der Therapie von Hyperkinetischen Störungen oft als unterschiedlich wirksam beschrieben. Eine systematische Vergleichsuntersuchung führten Wissenschaftler der Universitäten Köln und Tübingen durch. Sie wählten 60 Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren mit der Diagnose Hyperkinetische Störungen aus. Jeweils 15 Kinder wurden einem kindzentrierten Training, einem Elterntraining, einer Kombinationsbehandlung (Kind- und Elterntraining) oder einer Wartekontrollgruppe ohne Behandlung zugewiesen. Das Kindtraining umfasste zehn Sitzungen und hatte zum Ziel, Aufmerksamkeitskompetenzen und soziale Fähigkeiten zu vermitteln. Das Elterntraining dauerte ebenso lang und fand als Gruppentraining statt. Es umfasste unter anderem Informationen zum Störungsbild, Verlauf und Erklärungsansätze. Den Eltern wurden auch Techniken an die Hand gegeben, mit denen sie das hyperkinetische Problemverhalten im Alltag verringern konnten. Dazu zählten beispielsweise operante Verstärkung, Bestrafung (Auszeit) und ein Punkteplan. Das Kombinationstraining wurde mit den Eltern in der Elterngruppe und parallel dazu als Einzeltraining mit den Kindern durchgeführt. Anschließend wurden Eltern, Kinder und Lehrer nach den Erfolgen befragt. Eltern und Kinder beurteilten die Behandlung als wirksam und störungsreduzierend. Nur die Lehrer waren anderer Meinung: Keine der Behandlungen ändere die Störungssymptomatik. Die Forscher führen die abweichenden Meinungen auf die größere Bereitschaft der Eltern zurück, Fortschritte ihrer Kinder anzuerkennen. ms

Lauth GW, Kausch TW, Schlottke PF: Effekte von eltern- und kindzentrierten Interventionen bei Hyperkinetischen Störungen. Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie 2005; 4: 248–57.

Prof. Dr. Gerhard W. Lauth, Universität zu Köln, Psychologie und Psychotherapie, Heilpädagogische Fakultät, Klosterstraße 79 b, 50931 Köln
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