ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2006Wissenschaftsgeschichte der ADHS. Kramer-Pollnow im Spiegel der Zeit

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Wissenschaftsgeschichte der ADHS. Kramer-Pollnow im Spiegel der Zeit

Rothenberger, Aribert; Neumärker, Klaus-Jürgen

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Eine Versachlichung der Diskussion
Aribert Rothenberger, Klaus-Jürgen Neumärker: Wissenschaftsgeschichte der ADHS. Kramer-Pollnow im Spiegel der Zeit. Steinkopff Verlag, Darmstadt, 2005, VI, 184 Seiten, 33 Abbildungen, gebunden, 29,95 €
Angesichts der Dominanz des angelsächsischen Schrifttums, das zentraleuropäische Arbeiten, und insbesondere historische, häufig vernachlässigt, ist es ein großes Verdienst der Autoren, die Wissenschaftsgeschichte der ADHS aufgearbeitet zu haben. In den Mittelpunkt stellen sie dabei die 1932 von Franz Kramer und Hans Pollnow in der Monatsschrift für Psychiatrie und Neurologie veröffentlichte Arbeit „Über eine hyperkinetische Erkrankung im Kindesalter“. Dieser auch heute noch lesenswerte Beitrag ist im Faksimile-Abdruck in dem Buch enthalten, das aus insgesamt sieben Kapiteln und einer anschließenden kleinen Bildgalerie besteht.
Zunächst wird ADHS im wissenschaftlichen und politischen Kontext beschrieben, gefolgt von einer Darstellung der allgemeinen geschichtlichen Entwicklung des zugrunde liegenden wissenschaftlichen Konzeptes. In der Folge gehen die Autoren auf die zukünftigen Schwerpunkte der Versorgung von ADHS-Patienten ein, wobei das Vorschulalter und die sich derzeit entwickelnden klinischen Netzwerke im Vordergrund stehen. Leben und Werk von Franz Kramer und Hans Pollnow werden im fünften Kapitel beschrieben. Abschließend wird die Arbeit von Kramer und Pollnow unter Einschluss einer Analyse der in der Originalarbeit enthaltenen Falldarstellungen interpretiert.
Die Autoren haben nicht nur die Wissenschaftsgeschichte der ADHS fundiert und zutreffend dargestellt, sondern auch einen bedeutsamen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion über diese in der Öffentlichkeit umstrittene, in der Fachwelt aber wohl anerkannte Störung geleistet.
Helmut Remschmidt
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