ArchivDeutsches Ärzteblatt7/1997Climen® zur Hormonsubstitution: Mit antiandrogener Wirkkomponente

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Climen® zur Hormonsubstitution: Mit antiandrogener Wirkkomponente

Albrecht, Bernhard

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LNSLNS Seit kurzem bietet die Firma Schering in Deutschland ein Östrogen-Gestagen-Kombinationspräparat zur oralen Hormonsubstitution in der Menopause an. Bereits 1991 wurde Climen® in Dänemark auf den Markt gebracht und seitdem in 41 weiteren Ländern eingeführt. Das Besondere an dem Präparat ist die Gestagenkomponente Cyproteron-acetat (CPA). Bisher wurde das antiandrogen wirkende CPA zur Behandlung von Virilisierungserscheinungen bei der Frau eingesetzt. Bei der Östrogentherapie in der Menopause ist der Hauptgrund für eine zusätzliche Gabe von Gestagenen die Herabsetzung des Risikos für ein Endometriumkarzinom, das unter einer Monotherapie mit Östrogenen deutlich erhöht ist. CPA hat einen doppelten Effekt, indem es nicht nur protektiv auf das Endometrium wirkt, sondern auch leichten Androgenisierungserscheinungen wie Seborrhö oder akneiformen Hautveränderungen entgegenwirkt, die durch den Östrogenabfall in der Menopause entstehen.
Das Präparat ist nach Prof. Herrmann Schneider (Münster) allgemein gut verträglich und beseitigt rasch die für die Menopause typischen vasomotorischen und psychovegetativen Beschwerden. Allerdings kommen in den kontrollierten Studien Nebenwirkungen wie Brustspannen oder Schmierblutungen bei jeweils bis zu etwa 20 Prozent der Patientinnen vor. Bei zehn Prozent der Frauen trat eine Amenorrhö unter der Behandlung mit Climen® auf.
Wie auch bei anderen Kombinationspräparaten werden günstige Wirkungen auf den Fettstoffwechsel beobachtet: Es kommt zu einer Reduktion des Gesamtcholesterins und des LDL-Cholesterins. Eine günstige Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System untermauerte Schneider mit einer Untersuchung, wonach sich unter vierjähriger Therapie mit Climen® eine relative Verbesserung der linksventrikulären Funktion ergab. Auch eine osteoporosepräventive Wirkung sei mittels Messungen der Knochendichte sowie der HydroxyprolinAusscheidung im Harn festgestellt worden. Nach Schneider eignet sich das Präparat als therapeutische Alternative in der Peri- und frühen Postmenopause. Bernhard Albrecht
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