ArchivDeutsches Ärzteblatt20/200624-Stunden-Dienst: Geltendes Recht muss beachtet werden
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LNSLNS Dr. med. Katrin Schuchardt beschreibt treffend einen typischen internistischen 24-Stunden-Dienst, der zu allem Überfluss auch noch 27 Stunden dauert. Ich selbst habe während meiner kurzen Zeit als AiP in der Inneren Medizin Ähnliches erlebt. Dienste dieser Art sind in Deutschland die Regel, was ohne Zweifel geändert werden muss. Und dennoch muss ich Dr. Schuchardts Schlussfolgerung widersprechen. Das beschriebene Elend ist nämlich unabhängig von der EU-Arbeitszeitrichtlinie abzuschaffen. Dienste wie diese dürfen nämlich schon nach bestehendem Recht keine Bereitschaftsdienste sein. Wenn die „Statistik“ in 27 Stunden nur vier Stunden Schlaf gewährt, dann wird offenbar regelmäßig mehr als 49 Prozent der Bereitschaftszeit gearbeitet. Ich kann daher nur empfehlen, gemeinsam mit Kollegen die Arbeitsbelastung zu dokumentieren und vom Arbeitgeber zu verlangen, dass geltendes Recht beachtet wird und entweder ein Schichtdienst eingeführt oder ein zweiter Arzt im Bereitschaftsdienst eingesetzt wird. Das ist sofort machbar und bedarf nicht des langen Wartens auf die Politik . . . Ich habe selbst durchaus Dienste mit erträglicher Arbeitsbelastung erlebt, d. h. Dienste, in denen ich regelmäßig weniger als die Hälfte der Zeit zu tun hatte und nach denen ich einigermaßen ausgeschlafen nach 24 Stunden nach Hause gekommen bin. Unter solchen Bedingungen kann ein Bereitschaftsdienstsystem meiner Ansicht nach weiter aufrechterhalten werden, nur müssen eben alle darauf drängen, dass die bereits heute verpflichtenden Bedingungen auch eingehalten werden.
Dr. med. Elmar Hagemeyer, Schönfließer Straße 12, 10439 Berlin
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