ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2006Ausbildung: Falsche Schlussfolgerung

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Ausbildung: Falsche Schlussfolgerung

Dtsch Arztebl 2006; 103(20): A-1362 / B-1157 / C-1113

Vaillant, Jochen

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Foto: Caro
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. . . Der Autor führt aus, dass in vier Bundesländern gemäß § 17 a Abs. 5 KHG für das Jahr 2006 Ausgleichsfonds zwischen den Vertragsparteien auf Landesebene (Landeskrankenhausgesellschaften, Landesverbände der Krankenkassen) vereinbart wurden. Richtigerweise wird dargelegt, dass der Ausgleichsfonds dem Zweck dient, Wettbewerbsnachteile für ausbildende Krankenhäuser gegenüber nicht ausbildenden Krankenhäusern zu vermeiden. Durch eine (mit Einschränkung) einheitliche Zuschlagserhebung aller Krankenhäuser eines Bundeslandes pro voll- und teilstationärem Fall wird vermieden, dass nur ausbildende Krankenhäuser einen (dann deutlich höheren) Zuschlag erheben müssten. Die von Herrn Gerst daraus gezogene Schlussfolgerung, dass die ausbildenden Krankenhäuser bei bestehendem Ausgleichsfonds nicht mehr individuell ihr Ausbildungsbudget mit den Krankenkassen verhandeln müssten, ist dagegen falsch. Auch in der Mehrzahl der Bundesländer, in denen ein Ausgleichsfonds vereinbart wurde, müssen die Krankenhäuser gemäß § 17 a Abs. 3 KHG ein krankenhausindividuelles Ausbildungsbudget vereinbaren. Das Fondsvolumen auf Landesebene ist daher nichts anderes als die Summe der krankenhausindividuellen Ausbildungsbudgets. Nur das jeweils individuell vereinbarte Budgetvolumen fließt dem ausbildenden Krankenhaus über den Ausgleichsfonds wieder zu. Sofern noch keine Budgetvereinbarungen abgeschlossen wurden, meldet das Krankenhaus die voraussichtliche Höhe des Ausbildungsbudgets. Die DKG bemängelte bereits im letzten Jahr die Strategie der Krankenkassen, durch Verhinderung von bundesweiten Richtwerten bei den Budgetverhandlungen mit den einzelnen Krankenhäusern Druck auszuüben, um niedrigere Abschlusswerte zu erzielen. Die dadurch entstehende Gefahr, dass die Finanzierung der Ausbildungsstätten auf Dauer nicht kostendeckend sei, wird mit der Errichtung eines Ausgleichsfonds nicht behoben . . .
Jochen Vaillant, Gneisenaustraße 62, 10961 Berlin
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