ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2006Bonus – Malus: Wirtschaftliches Handeln gefordert
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LNSLNS Mit Interesse lese ich regelmäßig das DÄ und bin dabei auf den oben genannten Kommentar gestoßen.
Herr Prof. Hoppe beklagt darin wortreich die geplante Bonus-Malus-Regelung. Leider geht er mit keinem Wort auf das Kernproblem der
Kostensteigerung bei Medikamenten ein: Warum verschreiben viele Ärzte teurere Medikamente, obwohl es wesentlich preisgünstigere mit gleichem Wirkstoff gibt? Sind die teuren verträglicher, und/oder haben sie eine bessere Wirkung? Dazu müsste es m. E. Studien geben, um deren Verschreibung zu rechtfertigen. Für welche Wirkstoffe gibt es diese? Die auch immer wieder gehörte Begründung, manche Patienten seien z. B. an die roten (teuren) Tabletten gewöhnt und misstrauen den grünen (billigeren), ist schon sehr dürftig. Die Kostenentwicklung bei Medikamenten ist trotz der seit der letzten Gesundheitsreform verfügten deutlich erhöhten Patientenbeteiligung besorgniserregend und für mich als Zahler sehr ärgerlich.
Gefordert wären in erster Linie die Ärzte, denn sie sind fachlich kompetent, neutral und können durch den unmittelbaren Kontakt mit ihren Patienten Wirkung und Verträglichkeit am besten beurteilen, solange Studien dazu fehlen. Dass Ärzte (hoffentlich schon bisher) auch auf den Preis der von ihnen verschriebenen Medikamente achten müssen, ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Wirtschaftliches Handeln muss auch in der Medizin in Zeiten des knappen Geldes, wie sonst überall in der Wirtschaft, eine hohe Bedeutung haben und hat mit einer Belastung des Arzt-Patienten-Verhältnisses oder einer übertriebenen Bürokratisierung nichts zu tun . . .
Dipl.-Ing. Bernd Kaiser, Penzenhofener Straße 15,
90592 Schwarzenbruck
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