ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2006Thrombolyse: Alteplase sicher und effektiv

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Thrombolyse: Alteplase sicher und effektiv

Leinmüller, Renate

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LNSLNS Die Wirksamkeit und Sicherheit der thrombolytischen Therapie bei akutem Schlaganfall belegen die Ergebnisse der CASES-Studie (Canadian Alteplase for Acute Stroke Effectiveness Study). Im Vergleich zu vorherigen Studien zeichnet sich CASES vor allem dadurch aus, dass die Erhebungen aus dem normalen Klinikalltag stammen und nicht unter idealen Studienvoraussetzungen gemacht wurden. Die Studie, die zweieinhalb Jahre lang in 60 kanadischen Zentren durchgeführt wurde, schloss 1 135 Patienten mit akutem Schlaganfall ein.
Das Protokoll sah die Behandlung innerhalb der ersten drei Stunden nach Symptombeginn mit 0,9 mg/kg Alteplase (rt-PA, recombinant tissue plasminogen activator) vor. Die Schwere der Schlaganfälle war hoch (NIHSS-Skala im Mittel 14). Von den Patienten erreichten 31 Prozent ein gutes klinisches Ergebnis mit einer völligen Erholung nach 90 Tagen. Knapp 25 Prozent erzielten ein moderates Ergebnis und wurden in eine Rehabilitationsmaßnahme überwiesen; 16 Prozent erholten sich nur schlecht. „Dies belegt, dass die Thrombolyse unter realen Bedingungen gut durchgeführt werden kann“, sagte Prof. Dr. med. Martin Grond (Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft).
Die Thrombolyse von akuten ischämischen Schlaganfällen wurde in Kanada 1999 zugelassen. Da diese Therapie in Einzelfällen zu schweren Hirnblutungen führen kann, verlangten die kanadischen Ärzte, dass alle Patienten an ein zentrales Register gemeldet wurden. In CASES wurden die Ergebnisse ausgewertet. Die Rate symptomatischer intrazerebraler Blutungen belief sich auf 4,6 Prozent. Auch bei Patienten älter als 80 Jahre traten solche Blutungen nicht häufiger auf.
Eine gepoolte Analyse dreier großer Studien ergab, dass die Gabe von rt-PA bis zu 90 Minuten nach Symptombeginn die Wahrscheinlichkeit für ein günstiges Behandlungsergebnis um den Faktor 2,8 erhöht. Bei Therapiestart nach 90 bis 180 Minuten liegt der Faktor bei 1,5, und bei noch längeren Zeiträumen verschwindet der Effekt. „Den größten Gewinn können Patienten mit schwereren Schlaganfällen aus einer frühzeitigen Thrombolyse ziehen“, betonte Prof. Dr. med. Werner Hacke (Universität Heidelberg). „Es ist jedoch von überragender Bedeutung, dass alle Patienten ohne Verzögerung behandelt werden, um ihre Chancen auf einen günstigen Krankheitsverlauf zu verbessern.“
Dr. rer. nat. Renate Leinmüller

Pressegespräch „ANIM-Preview: Moderne Therapie der akuten zerebralen Ischämie“ in München, Veranstalter: Boehringer Ingelheim
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