ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2006Kardinal Lehmann wurde 70: Gegen Embryonenforschung und aktive Sterbehilfe

VARIA: Personalien

Kardinal Lehmann wurde 70: Gegen Embryonenforschung und aktive Sterbehilfe

Dtsch Arztebl 2006; 103(21): A-1478 / B-1262 / C-1214

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Karl Kardinal Lehmann Foto: dpa
Karl Kardinal Lehmann Foto: dpa
Karl Kardinal Lehmann, der am 16. Mai 70 Jahre alt wurde, war 1982 zum Bischof von Mainz ernannt worden. Seit 1987 ist er Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. In dieser Funktion tritt er immer wieder für den Dialog der katholischen Kirche mit Politik, Wissenschaft und Wirtschaft ein. Als Lehmann vor fünf Jahren zum Kardinal ernannt wurde, betrachtete er dies als große Anerkennung seines Weges, stets nach dem Gewissen und der Einschätzung der Lage zu handeln, auch wenn es jemandem nicht passe. Dass seine Entscheidungen nicht jedem passten, diese Erfahrung machte Lehmann wiederholt. So führte er einen erbitterten Streit mit dem Vatikan um die Schwangerenkonfliktberatung, für die sich Lehmann bis zur endgültigen Ausstiegsanordnung von Papst Johannes Paul II. vehement einsetzte. Er mischte sich ein auch beim Irak-Konflikt („Gott will keinen Krieg“), und immer wieder nahm der Kardinal auch dezidiert Stellung zu medizinethischen Fragen. So warnte er beispielsweise vor einer Förderung der Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen mit EU-Gemeinschaftsgeldern. Menschliche Embryonen dürften nicht zu einem „Rohstoff“ werden. Eine solche Instrumentalisierung missachte das Lebensrecht, das dem menschlichen Embryo von Anfang an zukomme. Lehmann wies darauf hin, dass diese Position keineswegs eine katholische oder christliche Sonderlehre sei. Immer wieder appelliert der Vorsitzende der Bischofskonferenz deshalb auch, jede Form der aktiven Sterbehilfe abzulehnen „und damit die Würde eines jeden Menschen und sein unbedingtes Lebensrecht zu schützen“. Bei der Begleitung eines sterbenskranken Menschen gehe es immer darum, Hilfe im Sterben zu leisten, aber nicht Hilfe zum Sterben, wenn damit eine direkte Herbeiführung des Todes gemeint sei, sagte Lehmann anlässlich des Todes von Terri Schiavo im vergangenen Jahr. Gisela Klinkhammer
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