ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2006Standpunkt: Schmuddelecke
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LNSLNS Die zunehmenden Proteste der Ärzteschaft zeigen unmissverständlich die ungelösten Probleme, die das Berufsleben von Ärztinnen und Ärzten belasten. Dazu gehört an erster Stelle der überbordende Bürokratismus – sowohl in den Kliniken als auch in den Arztpraxen. Darüber hinaus wehrt sich die Ärzteschaft dagegen, dass ihr immer mehr die finanzielle Verantwortung zugeschoben wird für eine älter werdende Gesellschaft, aber auch für neue technische und medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten. Die Ärzte wollen heraus aus der „Schmuddelecke der Kostentreiber“. Die Konkurrenz um die Arbeitskräfte hat sich längst auf Europa ausgeweitet. In den ersten Monaten des Jahres 2006 haben wir gut drei Mal so viele „Certificates of Good Standing“ – eine Bescheinigung, die benötigt wird, um im Ausland tätig sein zu können – ausgegeben wie im ganzen Jahr 2000. Eine moderne Medizin kann auch in Deutschland ein angesehener Arbeitsmarkt sein, wenn die Politik bereit ist, das System komplett neu zu denken. Dazu gehört unabdingbar, dass der Patient, die Patientin in den Mittelpunkt gestellt wird. Damit würden viele Arbeitsplätze geschaffen. Ein solcher Arbeitsmarkt hätte den Vorteil, dass er nicht ins Ausland verlagert werden kann. Allerdings bleibt es Aufgabe der Politik, die Finanzierung zu klären. Wir Ärzte benötigen ausreichende finanzielle Mittel, um die uns anvertrauten Patienten sachgerecht versorgen zu können. Dazu gehört ebenfalls, unserem Berufsnachwuchs Arbeitsmöglichkeiten zu bieten, damit er im Lande bleibt. Dann würden etwa auch die von der Allgemeinheit investierten Kosten des Studiums wieder der Allgemeinheit zugute kommen. Dr. med. Ursula Stüwe Präsidentin der Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen
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