ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2006Inhalatives Insulin: Zusätzlicher Nutzen fehlt

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Inhalatives Insulin: Zusätzlicher Nutzen fehlt

EB

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LNSLNS IQWiG vergleicht Exubera mit subkutan verabreichtem Insulin.
Derzeit gibt es nach Angaben des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) keine Beweise dafür, dass das inhalative Insulin Exubera für Diabetespatienten Vorteile gegenüber kurzwirksamen Humaninsulinen oder Insulinanaloga hat, die mittels Injektion verabreicht werden. Die vorliegenden Studien lieferten keine Belege dafür, dass Exubera die Lebensqualität oder die Therapiezufriedenheit der Patienten verbessere. Stattdessen habe das IQWiG Hinweise auf Nachteile wie zum Beispiel häufigere schwere Unterzuckerungen gefunden. Das ist das Ergebnis des ersten Rapid Reports, eines beschleunigten Bewertungsverfahrens, den das Institut am 4. Mai veröffentlicht hat. Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte dazu im November 2005 den Auftrag erteilt.
Untersucht wurden dem IQWiG zufolge unter anderem Lebensqualität, Patienten- und Therapiezufriedenheit, HbA1C-Veränderungen, die Hypoglykämierate, unerwünschte Arzneimittelwirkungen sowie die Verhinderung von Folgekomplikationen. Das Institut weist jedoch darauf hin, dass der vorliegende Rapid Report keine abschließende Bewertung darstellt. Es empfiehlt vielmehr, das Präparat weiter zu evaluieren. Zudem müssten noch offene Fragen mithilfe einer adäquaten, randomisierten Interventionsstudie geklärt werden, bevor Exubera in Deutschland in die Regelversorgung aufgenommen werde. Informationen unter www.iqwig.de. EB

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