ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2006Mutter-Kind-Kuren: Immer weniger beansprucht

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Mutter-Kind-Kuren: Immer weniger beansprucht

Bühring, Petra

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Foto: dpa Die Kassen gaben für Vorsorgemaßnahmen für Mütter und Kinder 2005 im Vergleich zum Vorjahr 10,54 Prozent weniger aus.
Foto: dpa Die Kassen gaben für Vorsorgemaßnahmen für Mütter und Kinder 2005 im Vergleich zum Vorjahr 10,54 Prozent weniger aus.
Begründung der Krankenkassen wenig plausibel

Die Inanspruchnahme von Mutter-/Vater-Kind-Maßnahmen ist in den vergangenen Jahren stark rückläufig: Im Vergleich zu 229 122 Fällen im Jahr 1999 beispielsweise sank die Zahl auf 130 689 in 2004. Entsprechend sanken die Ausgaben in der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) um 23,9 Prozent. Im Jahr 2005 sind die Ausgaben für diese Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen nochmals um 10,54 Prozent gesunken. Das geht aus dem Bericht der Spitzenverbände der Krankenkassen über ihre Erfahrungen mit den Auswirkungen des 11. SGB V-Änderungsgesetzes (vom 26. Juli 2002) hervor. Mit dem Gesetz wurde die GKV unter anderem zur Vollfinanzierung der Maßnahmen verpflichtet; außerdem wurde ein Qualitätssicherungssystem für die Einrichtungen eingeführt sowie klargestellt, dass auch Väter die Kuren in Anspruch nehmen können.
Die Spitzenverbände führen die stark rückläufigen Anträge auf die mit dem GKV-Modernisierungsgesetz 2004 eingeführten Änderungen zur Belastungsgrenze zurück: Sozial Benachteiligte mussten die Zuzahlungen zu den Maßnahmen danach bis zu einer definierten Belastungsgrenze erst einmal vorlegen. Auch die gesamtwirtschaftliche Situation (Arbeitslosigkeit, Einkommensunsicherheit) fördere die Zurückhaltung bei der Antragstellung, heißt es in dem Bericht, den die Spitzenverbände dem Deutschen Bundestag über das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) vorlegen müssen.
In einer Stellungnahme zu dem Bericht kritisiert das BMG die Begründungen für die rückläufigen Fallzahlen als „wenig plausibel“. Der Bericht lasse eine „kritische Auseinandersetzung“ mit der Frage vermissen, warum die Leistungsausgaben vieler Kassen drastisch zurückgehen. Auch die teilweise sehr hohe Ablehnungsquote von Anträgen, verbunden mit einer steigenden Quote erfolgreicher Widerspruchsverfahren, bedürfe einer „eingehenden Analyse“. Die Spitzenverbände begründen dies damit, dass beim Erstantrag häufig relevante Informationen fehlten, die die Kassen zu einer Ablehnung veranlassten. Nachgereichte Informationen im Widerspruchsverfahren könnten dies in einigen Fällen revidieren. PB
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