ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2006TOP IV: (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung – Vertagt

POLITIK: Deutscher Ärztetag

TOP IV: (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung – Vertagt

Korzilius, Heike

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H. Hellmut Koch ist Vorsitzender der Weiterbildungsgremien der BÄK.
H. Hellmut Koch ist Vorsitzender der Weiterbildungsgremien der BÄK.
Die uneinheitliche Umsetzung der Weiterbildungsreform wird den nächsten Deutschen Ärztetag 2007 in Münster beschäftigen.

Die (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung ist ein Routinethema auf Deutschen Ärztetagen, und als solches wurde sie diesmal auch abgehandelt. Eine gute halbe Stunde räumten die Delegierten dem Tagesordnungspunkt in Magdeburg ein – ein neuer „Geschwindigkeitsrekord“.
In seinem Sachstandsbericht konnte der Vorsitzende der Weiterbildungsgremien der Bundes­ärzte­kammer, Dr. med. H. Hellmut Koch, vermelden, dass die 2002 in Rostock beschlossene Weiterbildungsreform inzwischen in allen 17 Lan­des­ärz­te­kam­mern umgesetzt und von den jeweiligen Behörden genehmigt wurde. „Im Vergleich zu früher ist das eine rasche Umsetzung, die zeigt, dass wir in der Lage sind, eigenverantwortlich zu handeln“, betonte Koch.
Doch noch sind nicht alle Fragen geklärt. So haben zwar alle Lan­des­ärz­te­kam­mern das Gebiet „Innere und Allgemeinmedizin“ des Hausarztes neuer Prägung in ihre Weiterbildungsstruktur übernommen. Die Ärztekammern Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Thüringen haben aber darüber hinaus den Facharzt für „Allgemeine Innere Medizin“ in ihren Novellen verankert. Die Entscheidung für diese so genannte 9. Säule – alle anderen Kammern vergeben neben dem Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin acht Schwerpunktbezeichnungen – hat unter anderem zu Rückfragen der EU-Kommission geführt. Ihr geht es vor allem darum sicherzustellen, dass sowohl inländische als auch ausländische Allgemeininternisten bundesweit als solche tätig sein dürfen. Bereits im Vorfeld des 109. Deutschen Ärztetages hatte der Vorstand der Bundes­ärzte­kammer jedoch beschlossen, die Gespräche über diese Problematik zunächst auf der Arbeitsebene mit den zuständigen Fachgesellschaften und Berufsverbänden zu führen. Auf die politische Bühne des Deutschen Ärztetages sollte das Thema im nächsten Jahr in Münster zurückkehren. Die Delegierten in Magdeburg waren mit dieser Absprache offenbar einverstanden. Eine beginnende Diskussion erstickten sie im Keim, indem sie mit großer Mehrheit für ein Ende der Debatte über die 9. Säule stimmten und einen Beschlussantrag mit Nichtbefassung beschieden, der sich für eine bundesweit einheitliche Weiterbildung aussprach.
Darüber hinaus trafen die Weiterbildungsgremien und der Vorstand der Bundes­ärzte­kammer Entscheidungen zu zwei weiteren Themen. Zum einen einigten sich die Gremien Koch zufolge darauf, dass es bei der Bezeichnung der Zusatzweiterbildung „plastische Operationen“ bleibt und deren Erwerb weiterhin an die Facharztanerkennung für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde oder Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie geknüpft ist. Ob künftig auch Dermatologen und Augenärzte die Zusatzweiterbildung absolvieren können, soll nun voraussichtlich der 110. Deutsche Ärztetag in Münster entscheiden. Zum anderen haben sich Vorstand und Weiterbildungsgremien dagegen ausgesprochen, die Geriatrie als eigenen Schwerpunkt in der Inneren Medizin zu etablieren.
Mit der Sicherung von Weiterbildungsstellen beschäftigten sich einige Anträge unter TOP VII, Tätigkeitsbericht. Die Delegierten forderten beispielsweise, bei der Finanzierung der Krankenhausleistungen Zuschläge für die ärztliche Weiterbildung zu vereinbaren sowie Arbeitsverträge regelhaft auf die gesamte Weiterbildungszeit auszudehnen. Außerdem sprach sich der Deutsche Ärztetag dafür aus, das Praktische Jahr künftig analog der Tätigkeit von juristischen oder Lehramts-Referendaren zu vergüten. Heike Korzilius
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