ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2006Anträge beim Deutschen Ärztetag: Nur nicht den Überblick verlieren

POLITIK: Deutscher Ärztetag

Anträge beim Deutschen Ärztetag: Nur nicht den Überblick verlieren

Hibbeler, Birgit

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Rund 350 000 Blätter wanderten über die Tische der Magdeburger Bördelandhalle. Das sind fast 1 900 Kilo Papier.

Für die Delegierten ist es ja oft schon anstrengend genug, über die Flut an Anträgen bei einem Deutschen Ärztetag abzustimmen. In diesem Jahr waren es 180. Nicht weniger aufwendig ist allerdings der Vorlauf. Dass die Anträge überhaupt rechtzeitig vor der Abstimmung in den Händen der Delegierten landen, ist eine logistische Meisterleistung.
Die erste Station ist das Schreibbüro, in dem die Anträge der Delegierten fein säuberlich abgetippt werden. Es befindet sich hinter den Kulissen des Plenums, am Ende eines unscheinbaren Ganges, der nur dadurch auffällt, dass riesige Papierstapel aus ihm herausgetragen werden. Direkt gegenüber vom Schreibbüro ist eine mobile Druckerei. „Während des Ärztetages werden wir hier sicherlich 350 000 Blatt Papier verarbeiten. Das entspricht ungefähr dreieinhalb Paletten à 535 Kilo“, sagt Rolf Quambusch, der hier mit zwei Kollegen die Geräte bedient. Es ist sein 28. Ärztetag. Fast 1 900 Kilogramm Papier werden also in der Magdeburger Bördelandhalle verbraucht.
Die Anträge werden auf einem langen Tisch aufgereiht, der sich vor dem Eingang zum Plenum befindet. Hier hat Heike Melzer, Finanzbuchhalterin bei der Bundes­ärzte­kammer, den Überblick. Elf Schüler und Studenten verteilen die Anträge im Saal, wenn Melzer grünes Licht gibt. Der Magdeburger Student Florian Wagner ist einer von ihnen. Der 23-Jährige hat das Gefühl, an diesem Tag schon mehr als zehn Kilometer gelaufen zu sein. Dabei hat er schon unzählige Kopien verteilt. „Heute sind es so um die hundertzwanzig Anträge“, meint Wagner. Anstrengend sei es schon. Kein Wunder, denn jeder Antrag wird mit einer Auflage von 700 Exemplaren gedruckt und an Vorstand, Delegierte, Pressevertreter und weitere Gäste verteilt. Dennoch sieht Wagner eigentlich ganz munter aus, wenn er mit seinem Stapel durch die Gänge eilt.
Doch kann man zwischen diesen Papierbergen überhaupt noch den Überblick behalten? „Na klar“, versichert der Student. Es mache sogar Spaß. Und er kann sich vorstellen, noch einmal bei einem Ärztetag im Einsatz zu sein. Birgit Hibbeler
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