ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2006Dr. med. Claudia Borelli: Ganz der Papa

POLITIK: Deutscher Ärztetag

Dr. med. Claudia Borelli: Ganz der Papa

Dtsch Arztebl 2006; 103(22): A-1521 / B-1295 / C-1247

Rieser, Sabine

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Die junge Hautärztin engagiert sich in der Berufspolitik.

Ärztin? Wollte sie schon als kleines Mädchen mit fünf, sechs Jahren werden, erinnert sich Dr. med. Claudia Borelli (36). Ihr Papa, Prof. Dr. phil. Dr. med. Siegfried Borelli, bekannt als Dermatologe und als langjährig in der Berufspolitik engagierter Arzt, wirkte auf sie derart zufrieden, dass sie sich erst keinen anderen Beruf und dann lange kein anderes Fachgebiet vorstellen konnte. Während ihrer Ausbildung liebäugelte sie zwar kurz mit der Plastischen Chirurgie, wandte sich jedoch schließlich wie geplant endgültig der Dermatologie zu. Derzeit arbeitet Claudia Borelli an der Hautklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München, „also genau da, wo mein Vater nicht war“, ergänzt sie lachend. Borelli senior praktizierte als Ordinarius an der Technischen Universität der bayerischen Landeshauptstadt.
Als Delegierte der Lan­des­ärz­te­kam­mer Bayern nimmt Claudia Borelli bereits zum dritten Mal an einem Deutschen Ärztetag teil. Doch in die Berufspolitik ist die Arzttochter eher durch Zufall geraten, erinnert sie sich. Während ihrer Assistenzzeit sollte der Pförtner der Klinik abgeschafft werden. Der medizinische Nachwuchs war dagegen, sie als Sprecherin sollte etwas unternehmen. Borelli informierte sich, nahm Kontakt zum Marburger Bund auf, hielt mit den Kollegen gegen den Beschluss – und die Pförtnerstelle blieb.
Das sei ihr Aha-Erlebnis gewesen, sagt sie heute: „Wir Assistenten haben damals begriffen, dass wir etwas erreichen können.“ Borelli trat in den Marburger Bund ein und engagierte sich zudem im ärztlichen Kreis- und Bezirksverband München. „Es hat von Anfang an Spaß gemacht“, beteuert sie. Schließlich sind junge Ärztinnen in den berufspolitischen Gremien gern gesehen: „Alle freuen sich, wenn Jüngere sich engagieren.“
Auch bei dieser Arbeit helfe ihr das Vorbild des Vaters, erzählt Borelli. Vieles über die Gremienarbeit habe sie aus seinen Erzählungen bereits gekannt und sich so schnell eingefunden. Manche Personen waren ihr durch die Geschichten des Vaters ein Begriff: „Dadurch kann man Menschen besser einschätzen.“ Ihr bekannter Name sei „manchmal eine Hilfe, manchmal behindernd“, findet sie. Kopieren will sie ihren Vater allerdings nicht, denn „jeder hat seinen eigenen Stil“.
Claudia Borelli setzt sich besonders für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Assistenzärztinnen und -ärzten ein. Wenn sie sich an die berufliche Zufriedenheit des Vaters erinnert, der ihren Berufswunsch geprägt hat, sagt sie lächelnd: „Er war halt auch der Chef.“ Dass die Arbeitsbedingungen von Assistenzärzten anders sind, weiß sie mittlerweile aus eigener Erfahrung.
Klinikarbeit, Berufspolitik und Partnerschaft: diese Kombination sei „extrem belastend“, gibt Borelli unumwunden zu. Doch ihr jetziger Lebensgefährte hat Verständnis für die Mitarbeit in den ärztlichen Gremien: Er ist selbst Arzt. Sabine Rieser
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