ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2006Jüdische Ärzte: Recherchen früher fast unmöglich
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LNSLNS Die Autorin hat am Beispiel Dr. Jacobsohn ein typisches und anschauliches Schicksal eines von den Nationalsozialisten verfolgten jüdischen Arztes dargestellt. Es ist zu begrüßen, dass die KBV, die BÄK und der Deutsche Ärzte-Verlag das Forschungsprojekt über die Biografien jüdischer Ärzte finanzieren. Es sollte aber nicht vergessen werden, dass das vor nicht allzu langer Zeit noch ganz anders war. In den 70er- und 80er-Jahren stieß die von Kollegen wie Kater, Leibfried, Tennstedt, Baader, Hermanns, Aly, Klee, Roth, Weindling, Hahn, Kudlien, Nadav, Schultz, Schmiedebach, Grossmann, Wuttke-Groneberg, Ruprecht, Pross u. a. geleistete Erforschung der Medizin im Nationalsozialismus sowie der Ausgrenzung, Vertreibung und Ermordung der jüdischen Ärzte noch auf geschlossene Archive, eine Abwehrfront von KVen und Ärztekammern und wurde auch von den Medizinischen Fakultäten kaum gefördert. Der Gesundheitstag 1980 in Berlin und die Ausstellung „Der Wert des Menschen – Medizin in Deutschland 1918–1945“ auf dem 92. Deutschen Ärztetag in Berlin 1989 haben eine Trendwende herbeigeführt, von deren Früchten die heutigen Forscher profitieren. Damit nicht der Eindruck entsteht, als werde jetzt das Rad neu erfunden, sollten die Publikationen der genannten Kollegen zumindest erwähnt werden. Die Bearbeitung bzw. Nichtbearbeitung dieses Kapitels Medizingeschichte hat ihre eigene Geschichte.
Dr. med. Christian Pross, Behandlungszentrum für Folteropfer,
GSZ Moabit, Turmstraße 21, 10559 Berlin
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