ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2006Klinische Studien: Hohe Entschädigungen sind ethisch abzulehnen
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LNSLNS Die Teilnahme an derart risikoreichen Phase-I-Studien wie beim TGN1412/Supermab-Unglück bei Parexel/London kommt ethisch einer Lebendspende gleich. Deshalb ist es ethisch abzulehnen, wenn Probanden durch eine für ihre Alltagsverhältnisse hohe Entschädigung bewogen werden, ein Risiko für Leib und Leben einzugehen, dass ihnen als Laien nicht verständlich gemacht werden kann und dass sie angesichts der Entschädigungshöhe auch nicht beurteilen können. Ein Ausweg aus dem Dilemma wäre, die Modalitäten zur Organspende einschließlich der Breitenwerbung für den Organspenderausweis auf die Organismusspende zu erweitern. Ebenso wie es ethisch vertretbar ist, nach dem Hirntod einzelne Spenderorgane heilbringend für Einzelpatienten einzusetzen, sollte es möglich sein, am hirntoten, aber immunologisch funktionierenden menschlichen Organismus heilbringende Informationen über artspezifische Testmedikamente für große Patientengruppen zu gewinnen.
Dr. rer. nat. (Utrecht) Martin Burschka,
Data Analysis & Medical Writing,
Bismarckstraße 88 b,
47229 Duisburg
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