ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2006Behandlungsfehler: AOK-Institut zieht Bilanz

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Behandlungsfehler: AOK-Institut zieht Bilanz

Merten, Martina

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LNSLNS Medizinschäden am häufigsten bei operativen Fächern vermutet

Mehr als 300 vermutete medizinische Behandlungsfehler hat das AOK-Institut Medizinschaden in Kiel seit seiner Gründung im Jahr 2000 festgestellt und weiter verfolgt. Insgesamt wandten sich etwa 1 800 AOK-Versicherte an die Einrichtung. Dabei konnten die AOK und die Pflegekasse Schadensersatzansprüche von mehr als 3,7 Millionen Euro durchsetzen. Das gab der Leiter des bundesweit bislang einmaligen Instituts, Dr. med. Holger Thomsen, bekannt.
Bestätigt sich der Verdacht auf einen Behandlungsfehler, steht das Institut AOK-Versicherten aus Schleswig-Holstein beratend zur Seite. Es koordiniert externe Gutachten, fertigt eigene Gutachten an und stellt diese den Versicherten kostenfrei zur Verfügung. Liegt kein beweisbarer Medizinschaden vor, unterstützt das Institut die Patienten durch Aufklärung. „Diese Fälle machen den Großteil unserer Arbeit aus“, erklärte Thomsen gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Die betroffenen Ärzte, der Medizinische Dienst der Kassen, Schlichtungsstellen und Gerichte würden so von unnötigen Verfahren entlastet.
Behandlungsfehler traten dem Institut zufolge beispielsweise bei Notfallpatienten auf, die nur telefonisch und unzureichend untersucht wurden. Häufiger seien Medizinschäden auch nach Komplikationen zu beobachten, auf die nicht rechtzeitig reagiert wurde. „Auffällig ist, dass vor allem in den operativen Fächern der Vorwurf eines Behandlungsfehlers erhoben wird“, betont der Leiter des Kieler Instituts. MM
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