ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2006Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes

MEDIZIN: Referiert

Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes

Seger, Gabriele

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LNSLNS Der Riss des vorderen Kreuzbandes ist bei Sportarten wie dem Fußball eine häufige Verletzung. Die Rekonstruktion erfolgt mittlerweile bevorzugt mit autologem Transplantat der Patellarsehnen oder der Hamstringsehnen (Semitendinosus- und Gracilissehne). Welche dieser Methoden die bessere Wahl darstellt, wird kontrovers diskutiert. Biau und Kollegen gingen dieser Frage in einer Metaanalyse nach. Während Patellarsehnentransplantate eine bessere Stabilität bieten sollen, ist der Ersatz mit Hamstringsehnengewebe offenbar mit einer geringeren Morbidität assoziiert. Diese beiden Kriterien – Stabilität und Morbidität – legten die Wissenschaftler ihrer Untersuchung zugrunde, und verglichen die beiden Transplantationsarten miteinander.
Als Quellen für die Datenerhebung dienten unter anderem Medline, WebSPIRS, Science Citation Index und das Cochrane Central Register of Controlled Trials. 24 Publikationen, die zwischen 1991 und 2005 erschienen waren, erfüllten die Einschlusskriterien. Die Qualität von neun Studien erwies sich als niedrig und von ebenfalls neun lediglich als ausreichend. Die randomisierten kontrollierten Untersuchungen umfassten insgesamt 1 512 Patienten, davon waren 765 mit autologem Patellarsehnengewebe transplantiert worden und 747 mit Hamstringsehnengewebe.
Der Ersatz des vorderen Kreuzbandes mit Hamstringsehnentransplantat ging mit einer geringeren Morbidität einher als die Verwendung von Patellarsehnengewebe. Für eine bessere Stabilität der Patellarsehnentransplantate fanden Biau und Kollegen keine signifikanten Hinweise. Die Autoren räumen jedoch ein, dass die geringe methodische Qualität der Studien die Aussagekraft der Metaanalyse in Frage stelle. Se
Biau DJ, Tournoux C, Katsahian S, Schranz PJ, Nizard RS: Bone-patellar tendon-bone autografts versus hamstring autografts for reconstruction of anterior cruciate ligament: meta-analysis. BMJ 2006; 332: 995–8.

E-Mail: djmbiau@yahoo.fr

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