ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2006Medizingeschichte(n): Sportmedizin – Museum für Leibesübungen

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Medizingeschichte(n): Sportmedizin – Museum für Leibesübungen

Dtsch Arztebl 2006; 103(23): A-1616 / B-1381 / C-1333

Schott, H.

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LNSLNS Zitat: „[Es] darf festgestellt werden, dass die Schaffung des Museums (1) erforderlich ist, um einen Blick in die Schatzkammern der Kultur der Leibesübungen zu tun – einen Blick auf das Vergangene werfen zu können, das so oft unser Vorbild geworden ist. Als bei uns in Deutschland durch den Humanismus die Welt des Hellenentums lebendig wurde, erkannte man, welchen Weg ein Volk zur Erhaltung und seiner Vollendung zu gehen hatte. Ebenso nahm nachher der Philanthropismus die geprägte griechische Idee auf: die Stählung des Körpers zum besten des Staates!“

Erich Mindt: Vorgeschichte und Gründung des Museums für Leibesübungen. In: Mallwitz A, Mindt E: Das Museum für Leibesübungen in Berlin. Berlin 1930, Seite 15. Zitat nach Josef Hermann Schäfer: Ministerialrat Dr. med. Arthur Mallwitz (1880–1968). Ein Leben für Sport, Sportmedizin und Gesundheitsvorsorge. Eine Aufarbeitung seines Nachlasses. Medizinische Dissertation Bonn 2003, Seite 198. – Mindt (1894–1945) war ausgebildeter Techniker und angesehener Sportschriftsteller. Er gründete zusammen mit Arthur Mallwitz 1925 in Berlin das Museum für Leibesübungen, das er bis zu dessen Auflösung 1934 leitete.

Zitat: „Wenn planmäßige Körperübungen [...] auch bei uns in Deutschland während der letzten Jahrzehnte nicht bereits sichtbare Erfolge gebracht hätten: sie müßten aus sozialpolitischen und biologischen Gründen zur Verminderung und Bekämpfung des Großstadtelends, zur Milderung des Scheindaseins weiter Volksschichten, zur Hebung des Gesundheitszustandes der Gesamtbevölkerung [...] geschaffen werden.
Und wo man selbst nicht praktisch mit zu turnen und mit zu üben in der Lage ist, da wird allein schon intellektuelle Hilfe durch Verbreitung dieses Gedankens zu begrüßen sein. Wohl verstanden: Kulturarbeit soll damit geleistet werden!
[...] der Bevölkerung gegenüber wollen wir auch eine Mission sozialer Art erfüllen, mit dem letzten Ziele der Schaffung neuen Lebensstils. Wenn wir die durch Blockade und Krieg, Verarmung und Wirtschaftsnot an der Gesundheit geschwächte Jugend betrachten, dann wird klar, dass hier nur mit ganzer Kraft etwas erreicht werden kann.“

Arthur Mallwitz: Einführung. In: Mallwitz A, Mindt E: Das Museum für Leibesübungen [...], Seite 7. Zitat nach Josef Hermann Schäfer (siehe oben) – Mallwitz (1880–1964) war als Arzt über mehr als 60 Jahre in vier verschiedenen politischen Systemen (Kaiserreich, Weimarer Republik, „Drittes Reich“ und Bundesrepublik Deutschland) ein überaus aktiver Promotor der Sportbewegung und Sportmedizin. So war er selbst 1912 aktiver Olympiateilnehmer, später Sportarzt und Sportpolitiker – 1925 gründete er den „Deutschen Ärztebund zur Förderung der Leibesübungen“ – und engagierte sich insbesondere für den Hochschul- und Versehrtensport. Sein Nachlass befindet sich im Medizinhistorischen Institut in Bonn, auf dem die oben genannte umfassende Biografie (Dissertation) basiert.

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