ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2006Ärzteproteste: Wie zu Sauerbruchs Zeiten
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LNSLNS . . . Natürlich wurden schon jahrzehntelang ausstehende Strukturfehler weitestgehend auf Kosten der Ärzte mehr schlecht als recht „saniert“ . . . Aber dass der Abstrom der Ärzte ins Ausland nur seine Genese in der desolaten Bezahlung und im wild wuchernden Bürokratismus hätte, stimmt so nicht. Deutsche Mediziner gehen auch, da die flächendeckend schadhafte Umgangskultur so einmalig desolat ist. Was im Medizinbetrieb als Gutsherrenphänomen aufscheint, in Angelsachsen nennt man es schon lange „the German ,Herr Professor‘-Syndrom“, hat bereits lange Zeit die ganze Gesellschaft erfasst. Verkrustete Strukturen und Verhaltensmuster wie zu Sauerbruchs Zeiten werden die Eliten weiterhin ins Ausland treiben, selbst wenn die Bezahlung sich vom Schlusslicht her wegbewegen sollte. Es liegt auch und gerade an den Standesvertretern, hier eindeutige Signale zu setzen. Wenn leitende Hochschulmediziner die bei ihnen als wissenschaftliche Mitarbeiter tätigen Frauen öffentlich als „Hausfrauenmediziner“ abqualifizieren und dann über wenige Jahre konsequent abbauen, wenn es universitäre Klinikabteilungen gibt, in denen die Zahl der Suizidversuche unter den Ärzten im Jahr ein halbes Dutzend erreicht, wird man auch bei besserer Bezahlung die Globalisierung der Ärzte ins Ausland nicht stoppen können . . .
Gerhard Schuster, 11, rue Scribe,
F-75009 Paris

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