ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2006Körperdysmorphe Störungen: Verhaltenstherapie als Methode erster Wahl

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Körperdysmorphe Störungen: Verhaltenstherapie als Methode erster Wahl

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LNSLNS Körperdysmorphe Störungen werden psychotherapeutisch und/oder pharmakologisch behandelt. Kanadische Psychologen haben sich jetzt mit der Wirksamkeit dieser Behandlungsformen beschäftigt und sie direkt verglichen. Dazu werteten sie fünf Pharmakotherapiestudien aus, bei denen Clomipramin, Fluvoxamin, Fluoxetin und Citalopram eingesetzt wurden. Außerdem analysierten sie zehn Studien, bei denen Methoden der Verhaltenstherapie (vor allem Exposure), der kognitiven Therapie und der kognitiven Verhaltenstherapie zum Einsatz kamen. Die Studien waren zwischen 1994 und 2003 publiziert worden.
„Beide Therapieformen erwiesen sich als sehr effektiv“, berichten die Autoren. „Die psychotherapeutischen Interventionen, insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie, waren jedoch noch wirksamer als die pharmakologischen.“ Sie erklären sich diesen Befund damit, dass kognitive Verhaltenstherapie die Patienten nachhaltiger als Pharmakotherapie in die Lage versetzt, an das in der Therapie Gelernte anzuknüpfen, mit der Störung umzugehen und Rückfälle zu verhindern. Eingeschränkt wird die Aussagekraft dieser Metaanalyse durch die geringe Anzahl an Studien, die einbezogen wurden. Dennoch sind die Autoren zuversichtlich, dass Patienten mit körperdysmorpher Störung durch pharmakologische, psychotherapeutische und kombinierte Verfahren wirksam geholfen werden kann. ms

Williams J, Hadjistavropoulos T, Sharpe D: A meta-analysis of psychological and pharmacological treatments for Body Dysmorphic Disorder. Behaviour Research and Therapy 2006; 1: 99–111.

Thomas Hadjistavropoulos, Department of Psychology, University of Regina, Regina, SK, Canada S4S 0A2,
E-Mail: thomas.hadjistavropoulos@uregina.ca
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