ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2006Schematherapie. Ein praxisorientiertes Handbuch

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Schematherapie. Ein praxisorientiertes Handbuch

Young, Jeffrey E.; Klosko, Janet S.; Weishaar, Marjorie E.

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Schematherapie: Anleitung zur Anwendung
Jeffrey E. Young, Janet S. Klosko, Marjorie E. Weishaar: Schematherapie. Ein praxisorientiertes Handbuch. Junfermann Verlag, Paderborn, 2005, 523 Seiten, kartoniert, 42,90 €
Es gibt derzeit eine Vielzahl neuer Psychotherapie-Ansätze, die zum Teil aus der Verhaltenstherapie, zum Teil aus den Psychodynamischen oder Humanistischen Verfahren entwickelt wurden und mitunter erfrischende und integrative Methoden in den psychotherapeutischen Mainstream einbringen. Das Handbuch ist einem dieser neuen und integrativen Ansätze, der Schematherapie nach Jeffrey E. Young, gewidmet. Die Methode wird praxisnah und verständlich beschrieben. Dieses umfangreiche Therapiekonzept der Schematherapie wurde entwickelt zur Behandlung von Patienten mit schweren, chronifizierten psychischen Störungen, insbesondere Persönlichkeitsstörungen und charakterologischen Problemen, die gewöhnlich schlecht auf traditionelle Psychotherapiemethoden wie Verhaltenstherapie oder Psychoanalyse ansprechen. Die Schematherapie verbindet deshalb Elemente verschiedener Therapiekonzepte, darunter Verhaltenstherapie, Gestalttherapie und Psychoanalytische Theorien, und erweitert damit deutlich die kognitive Verhaltenstherapie.
Young beschreibt zunächst sein Modell der Schemata. Hierunter versteht er in der Kindheit erworbene emotionale und kognitive, oft schädigende Muster. Diese werden als zentrale Ursache von Persönlichkeitsstörungen, leichteren charakterologischen Störungen und vielen Achse-I-Störungen gesehen. Anschließend werden die einzelnen Komponenten der Schema-
therapie vorgestellt, ergänzt durch anschauliche Beispiele. In der zweiphasigen Therapie geht es zunächst um Identifikation bestehender Schemata, die in der zweiten Phase verändert werden sollen („Schemaheilung“). In dieser Phase werden verschiedene kognitive, erlebensbasierte, verhaltenbezogene und interpersonelle Strategien eingesetzt, die in einzelnen Kapiteln anschaulich und praktisch umsetzbar erklärt werden. In den letzten beiden Kapiteln wird ausführlich die Anwendung der Schematherapie bei Borderline-Persönlichkeitsstörung und Narzisstischer Persönlichkeitsstörung dargestellt.
Schematherapie ist in den vergangenen Jahren zunehmend populär geworden. Das Handbuch wurde vorgelegt, um interessierten Klinikern, die diesen Ansatz erlernen und anwenden möchten, eine Anleitung zu geben. Dieser Anspruch scheint gelungen. Die umfassende und verständliche Darstellung macht es durchaus möglich, die vorgestellten Ansätze in die Arbeit zu integrieren, wenn auch eine optisch etwas ansprechendere Aufbereitung des Textes wünschenswert gewesen wäre. Werner Gross
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