ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2006Psychotherapie für Kinder. Ein Leitfaden für Eltern und andere Erziehende

BÜCHER

Psychotherapie für Kinder. Ein Leitfaden für Eltern und andere Erziehende

Erner-Schwab, Christiane

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Kinderpsychotherapie: Zeichen für Transparenz
Christiane Erner-Schwab: Psychotherapie für Kinder. Ein Leitfaden für Eltern und andere Erziehende. FamilienPraxis Gesundheit. Atlantis pro juventute, Orell Füssli Verlag AG, Zürich, 2005, 148 Seiten, Klappenbroschur, 16,40 €
Die Kinderpsychotherapeutin beschreibt eine analytische Kindertherapie, die Mut macht, den manchmal schwierigen und auch langwierigen Weg einer intensiven Psychotherapie zu gehen. Die gelungene Beschreibung der Therapiestunden wird unterbrochen durch klare, prägnante Beschreibungen der wichtigsten Merkmale und Begriffe, die in einer analytischen Therapie auftauchen können. Die projektiven Testverfahren werden auf einfache Art und Weise zum Teil mit Bildbeispielen dargestellt, aber auch psychische Phänomene, wie Abwehrmechanismen, Entwicklungsphasen in der kindlichen Entwicklung als auch therapeutische Eckpunkte, wie Schweigepflicht, Krisensituationen, und der Therapieprozess werden verstehbar. So begleitet der Leser Luisa durch ihre Therapie, erlebt Krisensituationen, nimmt an den Elterngesprächen teil und erlebt die Gestaltung des Abschieds.
Das letzte Drittel des Buchs dient der Sachinformation. Einzelne Problemfelder, wie Depression, Einnässen, Angststörungen und andere, werden gut verständlich zusammenfassend erklärt. Bei der Darstellung der verschiedenen Therapierichtungen findet leider die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie kaum Erwähnung. Konkrete Hinweise mit Angabe von Adressen und Links für Deutschland, Österreich und die Schweiz runden das Buch ab.
Es ist erfreulich, dass eine Therapeutin ihren Raum und ihre Arbeit so öffnet, das Eltern und auch Erzieher und Lehrer Einblick in das therapeutische Geschehen nehmen können. Was in einer Therapie wirkt, wird niemals ganz genau erklärt werden können. Die Autorin ist selbstkritisch genug, dass sie nicht die analytische Behandlung als einzig mögliche Behandlungsform propagiert. Dieses Buch wird interessierten Eltern die Scheu nehmen, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen. Im Wartezimmer einer Kindertherapeutin ausliegend wäre es ein Zeichen für Transparenz. Wünschenswert gewesen wäre eine sorgfältigere Korrektur durch den Verlag. Auch sollte der Begriff „stiefmütterlich“ nicht so leichtfertig als Beschreibung benutzt werden. Gabriele Enders
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