ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2006Praktische Verhaltensmedizin
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Verhaltenstherapie: Systematischer Einstieg
Volker Köllner, Michael Broda (Hrsg.): Praktische Verhaltensmedizin. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, New York, 2005, XVI, 264 Seiten, 39 Abbildungen, 32 Tabellen, kartoniert, 29,95 €
Ein Team von 26 Autoren widmet sich dem gemeinsamen Ziel, verhaltenstherapeutische Maßnahmen zum Wohl von Patienten und Therapeuten in die ärztliche Praxis einzuführen. Die Bedeutung menschlichen Verhaltens bei der Entstehung, Prävention und Therapie somatischer Erkrankungen ist hinlänglich bekannt. Angestrebt wird deshalb eine systematische Vermittlung praxisnaher und evidenzbasierter Konzepte für die ärztliche Weiter- und Fortbildung.
Konkret bedeutet dies eine Gliederung der 264 Buchseiten in fünf Teile. Im ersten Teil des Buches werden verhaltensmedizinische Grundlagen komprimiert und gut verständlich dargestellt. Daneben finden sich allgemeinere Informationen zur Gesprächsführung, Arzt-Patienten-Kommunikation und eine Vorstellung des salutogenetischen Modells. Hiervon ausgehend folgen knappe Vorstellungen zu Techniken, mit denen der Aufbau gesundheitsfördernden Verhaltens und Abbau gesundheitsschädlichen Verhaltens bewerkstelligt werden soll. Dabei werden auf zumeist wenigen Seiten viele Techniken nur kurz angesprochen und mit einigen kurzen Sätzen vorgestellt. Im umfangreichsten Teil des Buches gehen die Autoren näher auf häufige psychische Störungen ein. Hier finden sich Kapitel zu Ängsten, Symptomen ohne Befund, Depressionen und chronischen Schmerzen, Schlafstörungen, Alkohol- und Medikamentenabusus und Sexualstörungen. Im letzten und fünften Teil werden in knapper Form besondere Belastungssituationen für Patienten, wie Intensivmedizin, lebensbedrohliche Erkrankungen, höheres Lebensalter oder das Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung, erörtert.
Die Schilderungen sind durchweg gut verständlich. Die Darstellungen gehen bewusst nicht ins Detail, um den Anspruch einer informativen Übersichtsdarstellung nicht zu verspielen. Denn die primäre Zielgruppe sind scheinbar psychotherapeutisch unerfahrene Ärzte, denen mit diesem Buch ein systematischer Einstieg in die Materie sicherlich erleichtert wird. Das Wort „praktisch“ im Titel bezieht sich also weniger auf das praktische Erlernen der psychotherapeutischen Arbeit als vielmehr auf eine grundsätzliche Verständnisbildung beim praktisch tätigen Arzt. Robert Franzke
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema