Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Ärzte-Schlamperei: 7 000 Rezepte falsch – jeden Tag!“ meldete die Bild am Sonntag in der vergangenen Woche. Die Zeitung berief sich dabei auf eine Umfrage der ABDA – Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände bei 1 146 Apotheken. Die häufigsten Fehler der Ärzte: Rezepte sind unvollständig oder unleserlich ausgefüllt; es drohen Wechselwirkungen bei mehreren verordneten Medikamenten; das Rezept enthält falsche Angaben, eine falsche Wirkstärke oder Darreichungsform; es wurde das falsche Arzneimittel verordnet oder die falsche Dosierung angegeben.
Die so Gescholtenen meldeten sich umgehend zu Wort. „Jeden Tag werden in den Arztpraxen in Deutschland rund zwei Millionen Arzneien verordnet, in der Regel in Form eines computerisierten Ausdrucks. Die Zahl von 7 000 unvollständigen oder möglicherweise falschen Rezepten ist also mit einem Anteil von rund 0,4 Prozent vergleichsweise gering“, sagte Ulrich Weigeldt, im Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zuständig für Arzneimittelfragen. Höhere Anforderungen an die Arztpraxissoftware und der Abbau von belastender Bürokratie könnten die Patientensicherheit aber weiter verbessern. „Umfragen sind bestenfalls Momentaufnahmen und schlimmstenfalls plumpe Stimmungsmache“, kritisierte die Vizepräsidentin der Bundes­ärzte­kammer, Dr. med. Cornelia Goesmann.
Schaut man sich die Umfrageergebnisse in aller Gelassenheit und genauer an, darf man wohl zu dem Schluss kommen, dass es den Apothekern nicht darum ging, die Ärzte zu verunglimpfen. Arzneimittelprobleme auf der Verordnungsebene machten in der Umfrage nur gut die Hälfte aller Beratungsfälle aus. Probleme gab es daneben auf Patienten- und Vertriebsebene sowie bei unerwünschten Arzneimittelwirkungen. Der ABDA liegt der selbstständige Apotheker in eigener Offizin am Herzen. Damit das auch angesichts drohender Strukturreformen so bleibt, gilt es, dessen Nutzen möglichst zweifelsfrei zu belegen. Am besten gelingt dies mit dem Verweis auf die pharmazeutische und heilberufliche Kompetenz. Die wichtigste Botschaft der Umfrage – „wie wichtig Apotheken für den Verbraucherschutz sind“ – ist in der Bild-Attacke leider untergegangen. Heike Korzilius
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema