ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2006Heroin: Entkräftung des Kostenarguments

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Heroin: Entkräftung des Kostenarguments

Dtsch Arztebl 2006; 103(24): A-1668 / B-1421 / C-1373

Württenberger, Stefan

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LNSLNS . . . Betrachtet man die Ergebnisse der Heroin-Studie qualitativ und hintergründig, so kann das Fazit nur positiv ausfallen. Die Tatsache, dass den (bedacht ausgewählten) Patienten diese Behandlung praktisch ausnahmslos ein „normales“ Leben ermöglicht(e?), wodurch sie wieder ein nützliches Mitglied der Gesellschaft werden können, steht außer Frage, weshalb ich nicht näher darauf eingehen möchte. Da jetzt das weitere, politische Vorgehen ansteht, ist wichtiger, welchen Nutzen die Gesellschaft dadurch hat. An erster Stelle dagegen steht hier wohl (leider) das Kostenargument, was aber eindeutig entkräftet werden kann. Zwar ist die Behandlung mit Methadon scheinbar günstiger, hat aber bei vielen Suchterkrankten keinen wirklichen Erfolg, weshalb weiterhin Heroin konsumiert wird und so auch die damit einhergehende Kriminalität, wenn auch abgeschwächt, weiter besteht. Der Nutzen der kontrollierten Heroinabgabe für das „gesunde“ Volk besteht in folgenden Fakten (bitte auch nicht genannte Synergie-Effekte in Betracht ziehen):
- Rückgang der Beschaffungskriminalität auf nahezu null, dadurch:
– Sicherheit auf den Straßen, insbesondere in Innenstädten
– Geschäfte haben weniger Ausgaben wegen Diebstähle . . .
– Die Gerichts- und Strafverfolgungskosten können gesenkt werden . . .
– Kosten für Gefängnisaufenthalte entfallen
- Auswirkungen auf Stadt/ Kommune:
– praktisch keine offene Drogenszene, dadurch:
– Verbesserung des Stadtbilds . . .
– Sicherheitsgefühl der Bevölkerung steigt
– durch Arbeitsfähigkeit der Patienten werden Ausgaben für Sozialleistungen gesenkt
- Auswirkungen auf Krankenkassen (und damit für die Versicherten):
– Bei Ersatzbehandlungen gelingt meist keine Entwöhnung, gibt man die Primär-Substanz Heroin, so entfallen unnütze Kosten für unzählige Therapien . . .
– Folgeerkrankungen durch (unhygienischen) Konsum von
Straßenheroin werden vermieden
– Kosten für Koabhängigkeiten . . . und andere psychische Erkrankungen von Angehörigen nehmen ab . . .
Das Kostenargument gegen die Behandlung mit Heroin sollte damit entkräftet sein . . .
Stefan Württenberger, Aschenweg 7, 33189 Schlangen
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