ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2006Medizingeschichte(n): Pathophysiologie – Sauerstoff als „Lebensluft“

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Medizingeschichte(n): Pathophysiologie – Sauerstoff als „Lebensluft“

Dtsch Arztebl 2006; 103(24): A-1683 / B-1436 / C-1388

Schott, H.

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LNSLNS Zitat: „Wenn das Gas oxygenum [1] in der gehörigen Menge in der Athmosphäre sich befindet, so wirkt es so auf die Erregbarkeit, daß jene Erregung entsteht, welche der Gesundheit angemessen ist. [...]
Wenn die Atmosphäre weniger Gas oxygenum besitzet, als sie sollte – (ein Fall, der besonders in geschlossenen Örtern vorkömmt, wo sich viele Menschen zusammen befinden, oder viele Lichter brennen) – so verfallen wir also gleich in einen Zustand der Schwäche. [...]
Wenn die Atmosphäre reicher an Sauerstoffgaß ist, als sie seyn sollte, [...] oder wenn man dieß Gaß allein, ohne Beymischung des Stickstoffgaß, einathmet, so wächst die Erregung erstaunlich, und es entsteht ein Zustand von zu großer Stärke, der aber nur kurze Zeit anhält, und bald eine merkliche Schwäche zur Folge hat. Bey so reiner Luft ist das Leben des Thieres kurz, weil durch die allzu erregende Kraft der reinsten Luft die Erregbarkeit aufgezehret wird. Marquer [2] muthmassete schon, daß die Lebensluft (gas oxygenum) mit einer so großen Geschwindigkeit den Lebensstoff verzehren würde, als sie die brennenden Körper verzehrt. Auch Lavoisier [3] verglich das thierische Leben mit einer Fackel. Die Vergleichung ist treffend!“

Joseph Frank: Erläuterungen der Brownischen Arzneylehre. 2. Auflage. Wien: Öhler 1798, Seite 8 ff. – Joseph Frank (1771–1842), Sohn von Johann Peter Frank (1745–1821), dem Medizinalreformer („Medicinische Policey“) und Wegbereiter der modernen Sozialmedizin. Er war ab 1796 als Primararzt am Allgemeinen Krankenhaus in Wien tätig. – [1] Sauerstoff. [2] Nicht zu eruieren. [3] Antoine Lavoisier (1743–1794) erkannte 1789 als erster die Bedeutung des Sauerstoffs bei der Verbrennung (Oxidation).

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