ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2006Neuer Impfstoff gegen Rotavirus-Gastroenteritis

MEDIZIN: Referiert

Neuer Impfstoff gegen Rotavirus-Gastroenteritis

Dtsch Arztebl 2006; 103(24): A-1694 / B-1447 / C-1399

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LNSLNS Das Rotavirus ist der häufigste Erreger für Durchfallerkrankungen im Kindesalter und der dritthäufigste Erreger für Durchfall bei Erwachsenen.
500 000 Kinder sterben jährlich weltweit in den Entwicklungsländern an einer Rotaviren-Gastroenteritis, ein Drittel aller Hospitaleinweisungen wegen akuter Diarrhoe geht auf dieses Virus zurück. Durch eine Impfung lassen sich bei den meisten Kindern schwere Komplikationen beziehungsweise ein Klinikaufenthalt verhindern.
Die Ergebnisse zweier großer Studien sind jetzt im New England Journal of Medicine vorgestellt worden. Die Rotavirus-Vakzine von Glaxo Smith Kline, ein abgeschwächter Lebendimpfstoff, wurde bei 63 225 Säuglingen als Schluckimpfung eingesetzt. Die Zahl der Klinikbehandlungen wegen Diarrhoen im Kindesalter nahm um 42 Prozent ab, die Zahl der stationären Behandlungen wegen einer Rotavirus-Infektion um 85 Prozent, die schweren Verlaufsformen um 100 Prozent.
Ein pentavalenter Rotavirus-Impfstoff von Merck wurde bei 68 038 Säuglingen Placebo-kontrolliert eingesetzt. Hier wurden 95 Prozent aller Klinikaufnahmen verhindert, schwere Verlaufsformen gingen um 98 Prozent zurück.
Die Einführung beider Vakzine in der EU wird noch in diesem Jahr erwartet. w

G M Ruiz-Palacios, I Pérez-Schael, M O'Ryan et al.: Safety and efficacy of an attenuated vaccine against severe rotavirus gastroenteritis. N Engl J Med 2006; 354: 11–22.

E-Mail: moryan@med.uchile.cl

T Vesikari, D O'Matson, P M Heaton et al.: Safety and efficacy of a pentavalent human-bovine (WC3) reassortant rotavirus vaccine. N Engl J Med 2006; 354: 23–33.

E-Mail: Penny_heaton@merck.com

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