ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2006Eisenmangelanämie: Gastrointestinale Tumoren häufig

MEDIZIN: Referiert

Eisenmangelanämie: Gastrointestinale Tumoren häufig

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LNSLNS Die Autoren aus zwei benachbarten Krankenhäusern in Großbritannien (höhere Fallzahlen bei gleichem sozio-ökonomischem Hintergrund) berichten in einer prospektiven Studie über die Ergebnisse von 1 999 Patienten, die mit Verdacht auf eine Eisenmangelanämie stationär aufgenommen wurden.
In 13,1 Prozent der Fälle wurde ein Karzinom diagnostiziert, das mit 11,2 Prozent den Gastrointestinaltrakt betraf. Männliches Geschlecht, Alter über 50 Jahre und Hämoglobin < 9,0 g/dL erwiesen sich als signifikante Risikofaktoren für einen malignen gastrointestinalen Tumor. Am häufigsten fand man ein Kolonkarzinom (6,3 Prozent), gefolgt von einem Magenkrebs (3,6 Prozent) und einem Karzinom der Niere beziehungsweise ableitenden Harnwege (1 Prozent). Bezüglich maligner gastrointestinaler Tumoren ergab sich kein Unterschied zwischen den Patienten, die Acetylsalicylsäure, nichtsteroidale Antirheumatika oder Antikoagulanzien einnahmen verglichen mit den Patienten, die diese Medikamente nicht einsetzten.
Auch wenn in 53,7 Prozent der Fälle keine Ursache für die Eisenmangelanämie festgestellt wurde, betonen die Autoren, sollte eine Eisenmangelanämie nicht primär auf die Einnahme ulzerogener Medikamente zurückgeführt werden. Stattdessen müsse gezielt nach einem gastrointestinalen Tumor gefahndet werden. w

M W James et al.: Risk factors for gastrointestinal malignancy in patients with iron-deficiency anaemia. Eur J Gastroenterol Hepatol 2005; 17: 1197–203.

Dr. M. W. James, Wolfson Digestive Diseases Centre, University Hospital, Nottingham, Großbritannien

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