ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2006Jens Spahn: Auf dem schnellen Weg nach oben

VARIA: Personalien

Jens Spahn: Auf dem schnellen Weg nach oben

Blöß, Timo

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Jens Spahn Foto: privat
Jens Spahn Foto: privat
Jens Spahn ist schnell nach oben gekommen. Der 26-jährige Unionsabgeordnete ist bereits seit 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages, obwohl er erst 1997 der CDU beigetreten ist. Nachdem Spahn in der ersten Legislaturperiode zum Eingewöhnen noch eher im gesundheitspolitischen Hintergrund agierte, hat sich dies nun seit den letzten Bundestagswahlen geändert. Im Dezember wurde der eloquente Redner Obmann seiner Fraktion im Gesundheitsausschuss. Die Obleute fungieren als Ansprechpartner für die Fraktionsführungen und bestimmen zugleich den Kurs der Fraktion in Fachfragen mit. In Spahns Fall ist dies die Gesundheitspolitik.
Ein weiterer Aufstieg wurde Spahn durch die Berufung in die 16-köpfige Arbeitsgruppe beschert, die für die Fraktionen von Union und SPD die Eckpunkte für die nächste Gesundheitsreform ausarbeiten soll.
Das neue Mandat nutzt der gelernte Bankkaufmann auch, um Profil zu gewinnen. So hat er kürzlich den Plänen für eine Praxisgebühr von fünf Euro pro Arztbesuch, im Gegensatz zur Bundesregierung, keine Abfuhr erteilt: „Wir diskutieren offen über alles, entschieden ist noch nichts.“ Man müsse schauen, ob die Instrumente die gewünschte Steuerungswirkung entfalteten.
In Spahns Heimat, dem Münsterland, nimmt man die professionelle Entwicklung des Jungpolitikers ebenfalls zur Kenntnis. Doch der rasante Aufstieg hinterlässt Spuren: „Schnell hat er die allgemeinen Sprachregelungen übernommen“, sagt ein Arzt aus seiner Heimatregion, der mit Spahn schon lange Zeit über gesundheitspolitische Themen debattiert. Dabei gerate der Kontakt zur Basis in den Hintergrund. Dafür bringt er jedoch ein gewisses Verständnis auf: „Politiker unterliegen halt einigen Zwängen.“ Timo Blöß
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