ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2006Arzneimittelbewertung: Industrie will Mitsprache

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Arzneimittelbewertung: Industrie will Mitsprache

Rabbata, Samir

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LNSLNS Pharmaverband bietet Zusammenarbeit mit Bundes­aus­schuss an.

Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) hat vorgeschlagen, hochpreisige Spezialmedikamente bis zum wissenschaftlichen Beleg ihrer Wirksamkeit nur noch von Fachärzten und Schwerpunktpraxen verordnen zu lassen. Denkbar wäre auch, dass in diesem Zeitraum Hausärzte erst nach Rücksprache mit fachärztlichen Kollegen besonders teure neue Medikamente verordnen dürfen, sagte VFA-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer in Berlin. Eine solche Neuregelung im Rahmen der anstehenden Gesundheitsreform müsse aber eng mit der Ärzteschaft abgestimmt werden.
Mit ihrem Vorschlag gehen die forschenden Arzneimittelhersteller auf den Gesetzgeber zu, von dem sie im Gegenzug eine stärkere Einbindung bei der Nutzenbewertung von Medikamenten verlangen. Mit Blick auf die anstehende Gesundheitsreform kritisierte Yzer die „Zweitbewertungspraxis“ der Wirksamkeit von Arzneimittel durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Damit werde lediglich das Zulassungsverfahren, bei dem ohnehin Wirksamkeit, Qualität und Unbedenklichkeit nachgewiesen werden müssten, dupliziert. Zudem würden die Arzneimittelhersteller schon jetzt direkt nach der Markteinführung gezielte Überwachungsmaßnahmen wie Kohortenstudien und Anwendungsuntersuchungen vornehmen. Yzer schlug vor, diese Studien sowie den Untersuchungszeitraum künftig mit dem Gemeinsamen Bundes­aus­schuss und dessen beauftragten Expertengremien wie dem IQWiG, der Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft oder dem Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information abzustimmen. SR
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