ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2006Bayer-Schering: Jetzt wird’s ernst

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Bayer-Schering: Jetzt wird’s ernst

Jachertz, Norbert

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LNSLNS Das erweiterte Unternehmen muss ein überzeugendes Konzept vorlegen.
Das Börsenspiel war aufregend. Für Bayer und Schering folgt jetzt die viel spannendere Phase, das Unternehmen neu zu formieren. Der Übernahme von Schering durch Bayer scheint jedenfalls nichts mehr im Wege zu stehen, nachdem Merck-Darmstadt sein Störfeuer eingestellt hat. Merck hat ein schnelles Geschäft gemacht, rund 400 Millionen Euro, und seinem Ruf als seriöser Familienfirma geschadet. Bayer muss für Schering einen hohen Preis zahlen, 17 Milliarden Euro. Ob er zu hoch ist, wird sich herausstellen. Das hängt von zweierlei ab:
1. Unmittelbar davon, wie viele Arbeitsplätze abgebaut und welche Firmenteile verkauft oder nach dem Lanxess-Muster ausgegliedert werden müssen. Bayer hat bisher wohlweislich nichts dazu verlauten lassen, ob Schering-Aktivitäten betroffen sein könnten. Auffallend war freilich, dass der Vorstandsvorsitzende von Bayer, Werner Wenninger, bei der Haupt­ver­samm­lung am 28. April lediglich drei Kernaktivitäten einer Bayer-Schering-Pharmadivision definierte: Onkologie, Kardiologie/Hämatologie und Gynäkologie. Es fehlte die diagnostische Bildgebung, obwohl Schering hier weltweit führend ist. Dieses Geschäftsfeld, auf dem Schering mit Philipps zusammenarbeitet, dürfte etwa fünf Milliarden Euro wert sein.
2. Langfristig davon, eine überzeugende Strategie für ein auch im Weltmaßstab großes deutsches Pharmaunternehmen zu entwickeln. Solches scheint Wenninger vorzuschweben. Nun müssen er und seine Strategen mit ihrem Konzept herausrücken. Spätestens dann wird sich auch herausstellen, welche Nebenabsprachen mit Merck getroffen wurden.
Bayer-Schering hat nach eigenen Angaben derzeit vier Arzneimittelprojekte im Stadium der Registrierung und 19 in Phase III. Welche Wechselbäder damit verbunden sind, wissen die Beteiligten nur zu gut. Schering hat in der Onkologie Dämpfer einstecken müssen – aber gerade mit einem monoklonalen Antikörper wieder Hoffnung schöpfen können. Bayer hat mit Nexavar zwar einen Hoffnungsträger, das Zwischenergebnis der Phase-III-Studie wirkt aber eher ernüchternd. NJ
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